Aston Martin DB5. Goldfinger.

Es ist wohl das berühmteste Auto der Filmgeschichte: Der Aston Martin DB5 mit dem Super-Geheimagent James Bond den raffgierigen Schurken Auric Goldfinger im gleichnamigen Film zur Strecke brachte. Jetzt legt der britische Autobauer dieses Kultmobil neu auf, inklusive der 007-Techniktricks. Wir sind ihn gefahren und fühlten uns wie der Spion im Dienste Ihrer Majestät.

„Erwarten Sie, dass ich rede? Nein, Mr. Bond, ich erwarte, dass Sie sterben!“. Diesen Dialog zwischen dem britischen Geheimagenten James Bond, gespielt von Sean Connery und dem goldversessenen Bösewicht Auric Goldfinger (der unvergessliche Gert Fröbe) kennt heute noch jeder Fan der Agenten-Filme auswendig. Und das 56 Jahre nachdem „Goldfinger“ in die Kinos kam. Nicht weniger berühmt ist der Wagen, mit dem James Bond in diesem Abenteuer um die Kurven heizte und den Schurken natürlich zur Strecke brachte – der Aston Martin D5.

Achtmal half der Sportwagen dem Agenten mit der Lizenz zum Töten, die Welt zu retten, und auch im nächsten James Bond Abenteuer „Keine Zeit zu sterben“ wird die silberne Legende mit von der Partie sein. Aber erst mal sind wir dran. Ganz richtig. Wir fahren einen von 25 Aston Martin DB5 Goldfinger Continuation Car Exemplaren, die der Autobauer originalgetreu nachbaut. Alles Handmade in England bis auf das Fünfganggetriebe, das kommt von ZF.

Wo sonst könnte unsere Tour im Dienste Ihrer Majestät passender starten als im Stoke Park, jenem Golf Club vor den Toren Londons, dort, wo James Bond Auric Goldfinger mit einem Goldbaren derart ablenkte, dass ein kinderleichter Putt daneben ging. Schnell noch ein prüfender Blick auf die Statuen, schließlich hat Goldfingers Bodyguard Oddjob kurzerhand eine mit seiner Killer-Hut enthauptet. Alles in Ordnung, dann gleiten wir in die Ledersitze und verschmelzen sofort mit dem britischen Nationalheiligtum.

Ein kurzer Dreh am Zündschlüssel und der Reihensechszylinder erwacht samtweich schnurrend zum Leben. Knackend rastet der erste Gang ein und knirschend rollt das silberne Kultmobil auf dem Kies vor dem Clubhouse an. Raus auf die verwinkelten Straßen von Buckinghamshire, mit einem leichten Tritt auf das Gaspedal erwachen die 294 PS zum Leben. Dank des mechanischen Hinterachsdifferentials entkommen die Übeltäter diesem Agenten-DB5 auf keiner Passstraße. Die Detailtreue beim Continuation Car geht sogar so weit, dass sogar der Zeiger der Voltanzeige während der Fahrt zittert.

Doch das ist ja kein gewöhnlicher DB5, sondern einer, der voller Technik steckt, die James Bond persönlicher Daniel Düsentrieb Namens Q erfunden hat. Alles ist da. Das Telefon ist in der Tür, auf Knopfdruck öffnet sich der Radarbildschirm oder das kugelfeste Schutzschild im Heck fährt aus. Wenn man Verfolger abschütteln will, stößt der DB5 Rauchschwaden oder einen umweltgerechten Wasserfilm aus (in „Goldfinger“ war es Öl).

Was passiert, wenn wir den roten Knopf im Schaltknauf drücken? „Dann werden ausgewählten Gadgets aktiviert“, schmunzelt Paul Spires, Präsident von Aston Martin Works. Das Browning-Maschinengewehr hinter den vorderen Blinkern mit dem Originalsound aus „Goldfinger“ darf ebenso wenig fehlen wie das berühmte Drehnummernschild samt der legendärem BMT 216A Inschrift.

Das Sounddesign ist bei diesem Auto besonders wichtig. Zum Beispiel stammt das Piepsen des Standorts im Radarbildschirm ebenfalls aus dem Goldfinger-Film. Mit der ausfahrbaren Stoßstange kann man auch nervige Schergen aus dem Weg boxen. Damit das alles auch mehr als einmal funktioniert, wurden die Techniktricks 5.000 Mal getestet. Eine bittere Pille müssen die James Bond Fans allerdings schlucken. Auch wenn man das Dachteil über dem Beifahrersitz entfernen kann, einen Schleudersitz gibt es in diesem DB5 aber nicht.

Gebaut wird der DB5 Goldfinger Continuation Car bei Aston Martin Works in Newport Pagnell. „Alles in Handarbeit. Teilweise haben die Mechaniker von den Kollegen, die am ersten DB5 gearbeitet haben, das Handwerk gelernt“, erklärt Paul Spires nicht ohne Stolz und ergänzt: „Wir haben zum ersten Mal seit 55 Jahren wieder eine DB5-Produktion.“ Deswegen müssen die Mechaniker ihren Job besser erledigen als ihre Vorgänger, die in den 1960er-Jahren Hand anlegten. „Wir merzen die Probleme des ersten DB5 konsequent aus“, sagt Paul Spires.

Rund 4.500 Stunden brauchen die Experten, um das Auto zu bauen. Manche Teile werden zugeliefert, das Getriebe von ZF und der Rest kommt aus England. Dabei hilft den Aston-Martin-Verantwortlichen die britische Motorsport-Tradition. Für die Zulieferer der Achsen ist ein kein Problem 25 Stück beizusteuern. Damit ist die Anzahl der verfügbaren Aston Martin DB5 Goldfinger Continuation Car schon verraten, fehlt nur noch der Preis: 3,19 Millionen Euro.

TEXT Wolfgang Gomoll; press-inform

LESENSWERT.

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50 Stück. Weltweit. Eigentlich sollte jetzt schon ein Kaufreflex einsetzen, egal was...

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