Diese Modelle werden 2022 Oldtimer.

Old- und Youngtimer werden allen Elektrotendenzen zum Trotz immer beliebter. Besonders günstig sind die Fahrzeuge im Unterhalt dann, wenn es nach 30 Jahren ein H-Kennzeichen gibt. Einige begehrte Modelle bekommen 2022 das H verliehen. Besonders spektakulär waren 1992 eine Reihe von Supersportwagen, die es vorher nicht gegeben hatte.

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Der BMW M3 ist seit Jahrzehnten einer der begehrtesten Sportwagen auf dem Markt. Nachdem die Generation des E30 bereits seit einigen Jahren mit einem H auf dem Kennzeichen unterwegs ist, folgt 2022 nunmehr der Nachfolger E36. Der BMW M3 E36 wurde sowohl als Limousine als auch als Coupé angeboten. Anfangs gab es jedoch nur den Zweitürer, der erstmals in der M-Historie von einem drei Liter großen Reihensechszylinder mit zunächst 286 und später bis zu 325 PS befeuert wurde. Wer mehr Platz brauchte als im heiß gemachten 3er Coupé war beim BMW M5 genau richtig, denn ab 1992 wurde der M5 der Generation E34 erstmals auch als Kombiversion angeboten.

Nachdem die neue Mercedes S-Klasse der opulenten Generation W140 bereits 1991 mit viel Aufsehen vorgestellt worden war, folgte ein Jahr später das kaum weniger imposante Coupé der Generation C140. Wie schon beim Vorgängermodell C126 blieben Sechszylindertriebwerke für den edlen Zweitürer außen vor und auch das neue Coupé der schwäbischen Luxusliga war als 500er und 600er nur mit acht und zwölf Zylindern zu bekommen. Peilstäbe sowie alle nur erdenklichen Komfort- und Sicherheitsausstattungen setzten einen neuen Standard in der Autoszene. Auf den erstmals erhältlichen Zwölfzylinder in den Mercedes-Modellen der Baureihen SL, S und S Coupé konterte BMW mit dem 221 kW / 300 PS starken Zwölfzylinder einem Leistungsnachschlag beim 7er der Baureihe E32. Der war ab 1992 auch mit zwei Achtzylindern mit 3,0 und 4,0 Litern Hubraum zu bekommen, die Jagd machen sollten auf die bulligen Achtzylinder aus Stuttgart.

Eher in der Kleinwagenszene zu Hause war der Nissan Micra. Mit der zweiten Generation wurde der Micra auch in Europa zu einer echten Knutschkugel. Mächtig rundgelutscht war er mit Vierzylindermotoren von 55 bis 82 PS zu bekommen und wurde mehr als zehn Jahre lang sehr erfolgreich gebaut. Die erste 1997 / 1998 vorgestellte Cabrioversion blieb jedoch dem heimischen japanischen Markt vorbehalten.

Noch kleiner als der Nissan Micra war der 1992 ebenfalls neu vorgestellte Fiat Cinquecento. Die Neuauflage des Heckmotormodells brach mit bekannten Italo-Konventionen und hatte nicht nur eine neue Plattform und Achsen, sondern auch einen Vierzylinder vorne unter der Motorhaube. Der nur 900 ccm große Vierzylinder leistete knapp 40 PS und sorgte für flotten Vortrieb in der Innenstadt. Für einige europäische Billigmärkte gab es sogar eine nur 31 PS starke 0,7-Liter-Version, die sich mehr Beliebtheit erfreute als das 54 PS starke Topmodell mit 1,1 Litern Hubraum.

Nachdem der VW Golf der dritten Generation bereits 1991 seine Premiere feierte, legten die Wolfsburger Anfang des Jahres 1992 die Stufenheckversion des Vento nach, die den langweiligen Jetta bei den Kunden vergessen machen sollte. Die Technik des VW Vento, der in den USA weiterhin als Jetta verkauft wurde, war mit der VW Golf III abgesehen vom Kofferraum weitgehend identisch. Das traf auch auf die Triebwerke zu und so gab es das viertürige Stufenheckmodell nicht nur mit Vierzylinderbenzinern mit 1,8 und 2,0 Litern Hubraum, sondern mit zwei 1,9-Liter-Dieselmotoren sowie als 174 PS starke Sportversion des Vento VR6 mit einem 2,8 Liter großen Sechszylinder.

Bereits 1991 vorgestellt wurde der Porsche 968 als moderner Nachfolger des Porsche 944, der an sich ein modifizierter 924er war. Der 968 kam real erst 1992 auf die meisten Märkte und ging mit seinem drei Liter großen Reihenvierzylinder auf Kundenfang, um den schwächelnden Porsche 911 der Generation 964 zu unterstützen. Bei den echten Porsche-Fans kam der 968er jedoch kaum so recht an, was nicht allein am Frontmotorkonzept, sondern speziell den ausschließlich verfügbaren Vierzylinder-Triebwerken lag, die 240 bis knapp über 300 PS leisteten.

Zwei Klassen darüber war der Mazda Xedos 6 unterwegs, mit dem die Japaner ins Premiumsegment aufsteigen wollten. Doch in Sachen Design und Antrieb waren die edlen Mazda-Modelle eher langweilig und die Kunden nahmen Mazda den Premiumanspruch nicht so recht ab. Trotz edler Ausstattung und laufruhiger Sechszylinder mit zwei Litern Hubraum und zunächst 144 PS wurde der Mazda Xedos zum Rohrkrepierer. In der gleichen Klasse versuchte es Alfa Romeo einmal mehr neue Kunden zu gewinnen. Doch außer in Südeuropa hatte der neue, betont keilförmig gestylte Alfa Romeo 155 keine Chance gegen die Volumenkonkurrenz aus Deutschland, Schweden oder Frankreich. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Alfa 75 war der neue 155er jedoch erstmals mit einem Frontantrieb unterwegs und Motoren, deren Vierzylinderbenziner bis zu 190 PS leisteten. In der gleichen Liga trat ab 1992 erstmals der neue Subaru Impreza an und wollte das sportliche Image des Rallyeweltmeisters in Alltagsautos bringen – mit einzigartigem Boxermotor und Allradantrieb.

Erstmals vorgestellt wurde 1992 auch der McLaren F1, der spektakulärste Supersportwagen seiner Zeit. Sein Design war dabei ebenso spektakulär wie der von BMW entwickelte V12-Motor mit 627 bis 680 PS und echter Rennsporttechnik. Mittlerweile ist der kaum mehr als hundert Mal gebaute Sportwagen einer der begehrtesten Sportwagen überhaupt auf der Welt und erzielt bei Versteigerungen mittlerweile Preise von mehr als zehn Millionen Euro. Dem Wertzuwachs dürfte das H-Kennzeichen jedoch dabei kaum zuträglich sein.

Sein direkter Gegner Jaguar XK220 feiert im kommenden Jahr ebenfalls seinen 30. Geburtstag und kann sich über ein mögliches H-Kennzeichen an Front und Heck freuen. Der Name XJ220 stammt von der seinerzeit angepeilten Höchstgeschwindigkeit von 220 Meilen pro Stunde, wobei die 550 PS starke Serienversion mit knapp über 340 km/h knapp hinter den Erwartungen zurückblieb und auch spätere Sonderversionen auf den Testgeländen die 220er-Marke nicht knacken konnten. Noch spektakulärer war da nur der Bugatti EB 110, der die Legende der französisch-italienischen Marke mit diesen spektakulären Supersportwagen zumindest bis 1995 kurz wiederaufleben ließ. Bis der McLaren F1 sich den Rekord holte, war der mindestens 560 PS starke Bugatti EB 110 kurzzeitig des schnellste Serienauto der Welt und kostete rund 700.000 D-Mark.

Patrick Solberg; press-inform

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