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Mercedes SLK. Der Trick mit dem Knick.

Vor 25 Jahren überrascht Mercedes-Benz nicht nur Roadster-Fans mit diesem Konzept: Der neue SLK (Baureihe R 170) verwandelt sich dank seines Variodachs in weniger als einer halben Minute vom offenen Fahrzeug in ein Coupé mit festem und geräuschdämmendem Stahldach.

Die Serienversion des SLK wird am 22. April 1996 auf dem Autosalon in Turin vorgestellt und sie passt perfekt in die damalige Zeit: Offene Zweisitzer erleben eine starke Renaissance. In Westeuropa steigen die jährlichen Zulassungszahlen in diesem Marktsegment von 11.300 im Jahr 1992 auf 98.500 Fahrzeuge im Jahr 1995. Der SLK trägt zum Boom offener Fahrzeuge der 1990er- und 2000er-Jahre bei. Zeitweise ist dieser Mercedes-Benz das meistverkaufte Fahrzeug mit Faltverdeck in Deutschland.

Für die Marke ist der SLK von großer Bedeutung, denn er spricht eine jüngere und lifestyleorientierte Käuferschicht an. Im Rückblick sagt das damalige Mercedes-Benz Vorstandsmitglied Jürgen Hubbert: „Die Modelle SLK, CLK oder die M-Klasse haben viel zu einem neuen Image von Mercedes-Benz beigetragen.“

Appetit auf den Roadster macht eine Studie, die im April 1994 ebenfalls in Turin präsentiert wird. Sie basiert auf einem Entwurf des Designers Michael Mauer und kommt dem Serienmodell bereits sehr nahe. Mauers Modell mit kurzen Überhängen vorn wie hinten in Verbindung mit einem vergleichsweise langen Radstand besticht durch viele Details, von der Motorhaube mit „Powerdomes“ bis hin zu einer markanten Abrisskante am Heck.

„Trick mit dem Knick“: das Variodach

Das faltbare Stahldach des SLK als Alternative zum klassischen Stoffverdeck ist das Technikmerkmal des Roadsters. Die Idee ist nicht neu in der Automobilbranche, doch bei den wenigen Konstruktionen zuvor senkt sich das komplette Dach in den Kofferraum und beansprucht somit sehr viel Raum.

Die Mercedes-Benz Ingenieure revolutionieren das Konzept mit einem Verfahren, intern als „Trick mit dem Knick“ bezeichnet: Das Dach aus Stahl- und Glaselementen faltet sich nach hinten unter die in Fahrtrichtung geöffnete Kofferraumklappe. So ist ein kurzes Karosserieheck möglich, und selbst im offenen Zustand bleibt im Kofferraum noch Platz für Gepäck.

Eine Elektrohydraulik choreografiert mithilfe von fünf Hydraulikzylindern den Öffnungs- und Schließvorgang. Vor dem Serienanlauf müssen 30 Prototypen jeweils 20.000 Mal den Öffnungs- und Schließprozess über sich ergehen lassen. Auf zehn Jahre hochgerechnet entspricht das einem täglich sechsmaligen Öffnen und Schließen des Dachs. Die Bedienung ist simpel: Per Schalter auf der Mittelkonsole lässt sich der SLK binnen 25 Sekunden von einem Coupé in einen Roadster verwandeln – oder umgekehrt.

Vier- und Sechszylindermotoren

Zunächst wird der Roadster als SLK 200 (100 kW/136 PS) sowie als SLK 230 Kompressor (142 kW/193 PS) angeboten. Nach einer Modellpflege im Jahr 2000 ergänzen die Sechszylindermodelle SLK 320 (160 kW/218 PS) und SLK 32 AMG (260 kW/354 PS) das Portfolio.

Seinen Namen erhält der Roadster während der Konstruktionsphase, als ihn Ingenieure in Anspielung auf den Mercedes-Benz SL als „SL kurz“ bezeichnen. Tatsächlich ist die Baureihe R 170 mit einer Karosserielänge von 3.995 Millimetern rund 500 Millimeter kürzer als die SL-Roadster der damals aktuellen Baureihe R 129.

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