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Peugeot 607. Der kommende Klassiker.

Mittlerweile ist Peugeot ein zentraler Bestandteil des internationalen Stellantis Konzerns. Doch einst war die Marke mit dem Löwenkopf zumindest in Frankreich mit Modellen wie dem 604, einem 605 oder auch dem 607 durchaus ein ernsthafter Premiumhersteller. Viele frankophile Autofans denken gerne daran zurück und vermissen die großen Limousinen.

Luxus aus Frankreich, den gab es mit den zahlreichen Versionen des CX nicht nur bei Citroen und den Topmodellen des Renault 30. Gerade Peugeot stellte viele Jahre die Staatslimousine des Präsidenten und auch viele Topmanager oder Prominente stiegen nicht obligatorisch in ein Luxusmodelle aus Deutschland oder England, sondern genossen den opulenten Luxus von Limousinen aus dem Hause Peugeot. Begonnen hatte das ganze bereits in längst vergessener Historie, doch auch Peugeot 604 und 605 waren ab Mitte der 1970er Jahre klassische europäische Luxuslimousinen. Leider fiel das Niveau mit dem finalen Nachfolger des Peugeot 607 leicht ab. Fraglos war der 4,90 Meter lange 607 für Peugeot ein Luxusmodell, doch kratzte man früher an Mercedes S-Klasse, BMW 7er oder zumindest einem Opel Senator / Diplomat, so war man nur noch ein der Oberklasse unterwegs.

Dem Design des Peugeot 607 hat das keinen Abbruch, denn die Linienführung war gewohnt sehenswert. Machten 604 und sein Nachfolger 605 mit kantig-kastigen Formen im Innenstadtverkehr von Paris ebenso auf sich aufmerksam wie an der Cote d’Azur, wo die Schönen und Reichen zugegeben jedoch lieber Mercedes, Jaguar oder Bentley fuhren, so bot der 607 mit seinen weichen fließenden Formen ein ganz anderes Bild einer Luxuslimousine, die jedoch mittlerweile nur noch mit BMW 5er, Audi A6 und Mercedes E-Klasse und somit eine Klasse darunter kämpfte – und das mit stumpfen Waffen gegen übermächtige V8-Windmühlen.

Doch diese Extravaganz gepaart mit dem eleganten Design und solider Technik machen den Peugeot 607 zu einem kommenden Klassiker, von dem bisher kaum einer weiß. Der 607 machte damals nicht nur mit seinem schicken Design von sich reden, sondern mit einem technischen Ausstattungsdetail, das heute längst etablierter Standard ist: der Partikelfilter. Als erster Hersteller bot die Löwenmarke den 607 im Jahre 2000 als Dieselversion HDI mit FAP an – Filtre à Particules. Allen Unkenrufen zum Trotz sollte die Zuverlässigkeit des Filtersystems mit einem Dauertest unter Beweis gestellt werden, wobei Philippe Couesnon es mit einer Dauertestfahrt quer durch Europa innerhalb von 355 Tagen schaffte, 500.000 Kilometer abzuspulen.

Gerade als sparsamer Diesel war der Peugeot 607 beliebt und bekam 2005 den lang ersehnten V6-Diesel mit 2,7 Litern Hubraum. Es verfügte mit seinen 150 kW / 204 PS erstmals über ein wartungsfreies FAP-System. Weit weniger überzeugend: die sequenzielle Sechsgangautomatik für die späteren Topmodelle. Doch so schade es ist, gerade der sehr gute 2,7-Liter-Diesel dürfte nur in den Annalen der europäischen Autotechnik seinen Platz haben, denn die nach heutigen Maßstäben schlechte Schadstoffeinstufung lässt ihn in vielen Städten draußen parken und bis zum rettenden H-Kennzeichen sind es noch viele Jahre. Daher sind die soliden Benziner zumeist die bessere Wahl auf der Suche nach einem kommenden Klassiker. 

Und hier sollte man sich ohne Umschweife für das Topmodell entscheiden, denn die schwächeren Versionen mit 2,2 Litern Hubraum sind einer Oberklasselimousine nicht würdig und 156 beziehungsweise 163 PS sind einfach zu wenig. Auch der größere Dreiliter-V6 mit zunächst 207 und später 211 PS ist mit seinen 285 Nm Drehmoment kein Dynamikwunder und speziell die ersten Produktionsjahre mit einem manuellen Fünfganggetriebe oder einer Vierstufenautomatik können nicht überzeugen. Daher in jedem Fall auf eines der späteren Modelle ab 2006 wechseln. Der V6 läuft ruhig und passt gut Peugeot 607, der leider über die Vorderachse angetrieben wird. Mit den spürbaren Antriebskräften in der Lenkung kann man sich beim lässigen Cruisen jedoch allemal arrangieren. 

Dafür sorgen schon bequemen Ledersitze, beheizbar und elektrisch umfangreich zu verstellen sowie das stattliche Platzangebot vorne wie hinten. In Sachen Fahrdynamik hat der 607er nichts zu bieten, doch genau das macht seinen Charme aus. Er federt lässig und entspannt über die meisten Bodenunebenheiten weg und so spüren die Insassen allein, dass es um die Karosseriesteifigkeit nicht zum Besten bestellt ist. Auf langen Strecken ist das Aushängeschild der Franzosen jedoch eine Wohltat, die zudem für einen stilsicheren Auftritt sorgt. Und ein Autobahntempo von über 220 km/h ist bei dezenten Windgeräuschen allemal drin. Dass der drei Liter große V6-Sauger trotz der überschaubaren Fahrleistungen kein Kostverächter ist, mag den Kaufanreiz auch durch den 80-Liter-Tank kaum hemmen. Wenn man einen Peugeot 607 sucht, sollte die Komfortausstattung und die Ausstattungsvariante Platinum gesetzt sein. Elektrische Ledersitze, Dämmglas, elektrisches Schiebedach / Heckklappe und ein entsprechend aus dem Fond zu bedienenden Sonnenschutzrollo im Fond machen die französische Luxuslimousine erst zu dem, was sie wirklich ist. Für Sicherheit sorgen unter anderem acht Airbags, ESP und reichlich Knautschzonen.

Gerade auf dem deutschen Markt wird der Peugeot 607 fast ausschließlich als 2.2 HDI und 2.7 HDI angeboten. Mit stattlichen Laufleistungen von zum Teil über 250.000 Kilometern kosten sehr gut ausgestattete Platinum-Versionen kaum über 4.000 Euro. Wer einen Diesel will und die Einfahrtsbeschränkungen nicht scheut, ist mit dem 204 PS starken V6-Diesel bestens bedient – wenn die Wartungshistorie stimmt. Ein 211 PS starker V6-Benziner mit identischer Ausstattung ist schwer finden. Hier geht es bei 5.000 Euro los. Doch das Angebot ist so klein, dass ein Abstecher in die Autobörsen von Frankreich oder der Schweiz lohnen kann. Hier ist das Angebot größer – bei ähnlichen Preisen.

Stefan Grundhoff; press-inform

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