Es geht nicht immer um die Fahrzeugklasse, das jeweilige Segment oder gar die Antriebsart, wenn Autos möglichst wenig an Wert verlieren oder künftig sogar teurer werden sollen. Dabei steht nicht allein die zukünftige oder aktuelle Begehrlichkeit im Vordergrund, sondern auch die Qualität des Autos im Allgemeinen und die der entsprechenden Variante im Besonderen.
Bei den nachfolgenden Fahrzeugen aus höchst unterschiedlichen Segmenten und mit Preisen zwischen 10.000 und 50.000 Euro kann man kaum etwas falsch machen. Jetzt kaufen, mit etwas Liebe pflegen und damit vielleicht den Grundstein für eine jahrzehntelange Leidenschaft legen – ohne Schocks bei der Wartung oder den regelmäßigen Einsatz astronomischer Summen.
Wichtiger denn je sind bei einem zukünftigen Klassiker mit Wertsteigerungspotenzial ein originaler Zustand und eine nachvollziehbare Servicehistorie. Von allem anderen: Finger weg!
Porsche 911 (Baureihe 996)
Lange Jahre wegen seiner Großserientechnik und der anfänglichen Spiegelei-Scheinwerfer gescholten, ist der Porsche 911 der Baureihe 996 für viele vielleicht der beste Porsche aller Zeiten. Die Technik ging 1998 erstmals in die Großserie, Ersatzteile und Wartungsarbeiten wurden günstiger. Zudem ist der 996 im Gegensatz zu seinen Vorgängern wie dem 993, 964 oder den späten G-Modellen kein Bastelauto, dem über die Jahre zwanghaft Luxusdetails implantiert wurden.
Er fährt exzellent, bietet eine sehr gute Qualität und liefert maximalen Porsche 911 zum vergleichsweise kleinen Preis. Gute Modelle sind ab 30.000 Euro zu bekommen, wobei die 3,6-Liter-Versionen ab 2002 den frühen Modellen vorzuziehen sind. Doch auch die 3,4-Liter-Variante mit 300 PS ist überzeugend und allemal sportlich genug.
Kauftipp bleibt der breit ausgestellte Porsche 996 Carrera 4S mit Turbokarosserie, charakteristischem Heck und Allradantrieb – idealerweise mit der X51-Leistungssteigerung. Solche Fahrzeuge sind bisweilen bereits ab 50.000 Euro erhältlich.
VW Golf GTI VII
Klar, der VW Golf GTI ist eine fahrende Legende. Doch der beste GTI aller Zeiten ist zugleich der vielleicht beste Golf aller Zeiten: die Generation VII, die von 2012 bis 2021 gefertigt wurde.
Die Qualität des Golf VII GTI ist ebenso bemerkenswert wie sein zeitloses Design. Das gilt auch für den Antrieb, denn unter der Haube arbeitet der Zweiliter-Turbomotor der Baureihe EA888 mit zunächst 220 und später bis zu 245 PS oder mehr.
Die besonders begehrten Kleinserien müssen es gar nicht sein. Der VW Golf GTI der siebten Generation ist zeitlos, ausgesprochen sportlich und bietet zugleich einen kaum zu übertreffenden Alltagsnutzen.
Besonders gefragt sind die Versionen mit Doppelkupplungsgetriebe, doch Puristen schätzen auch den Handschalter – idealerweise mit den charakteristischen Sportsitzen im Karomuster und dem Schaltknauf in Form eines Golfballs. Mehr Golf für weniger Geld und mit einem ähnlich guten Werterhalt ist kaum zu bekommen. Die Preise für gepflegte Exemplare beginnen bei unter 12.000 Euro.
Mercedes S-Klasse Coupé (C217)
Mercedes hat sich wegen zu geringer Stückzahlen aus dem Segment der S-Klasse Coupés zurückgezogen. Diese Luxusmodelle hatten das Bild der Marke seit den 1960er-Jahren entscheidend geprägt.
Das vielleicht beste S-Klasse Coupé ist die Baureihe C217, doch auch der Vorgänger C216 ist ein Auto, das man sich möglichst bald in die eigene Garage stellen sollte. Mehr Luxus und Qualität sind für überschaubares Geld kaum zu bekommen.
Das Design beider Modelle ist zeitlos, wobei der C217 besonders im Innenraum deutlich luxuriöser wirkt – ein S-Klasse Coupé auf dem Niveau von Rolls-Royce oder Bentley.
Mercedes-Benz S-Class, S 500 Coupé 4MATIC, exterior
Bei den Motoren kann man kaum etwas falsch machen. Technisch nur wenig schlechter als der C217 ist der Vorgänger C216, der ausschließlich mit Acht- und Zwölfzylindermotoren angeboten wurde. Beim Nachfolger gilt gerade das S 400 Coupé 4Matic mit Sechszylinder als Geheimtipp.
Die Preise für gut erhaltene Modelle beginnen bei weniger als 30.000 Euro. Die Unterhaltskosten sind allerdings ein Thema, das man nicht ausklammern sollte.
BMW 6er (F06)
Mitte der 2010er-Jahre erreichte auch BMW einen Höhepunkt seiner Modellpalette. Gerade die großen Baureihen 5er, 6er und 7er setzen bis heute Maßstäbe bei Komfort, technischer Ausstattung und Qualität.
Wer sich einen zukünftigen Klassiker gönnen möchte, ist mit dem 6er bestens bedient. Besonders elegant ist das 6er Gran Coupé, doch auch Cabriolet und Coupé dürften langfristig eine sichere Wahl sein.
Bei den Antrieben kann man die M6-Versionen durchaus außen vor lassen. Ob Sechs- oder Achtzylinder, bleibt dem persönlichen Geschmack überlassen. Kauftipp sind das 650i Gran Coupé oder das 640i Cabrio – idealerweise jeweils mit dem empfehlenswerten Allradantrieb.
Mehr Luxus und Eleganz bot auch der Nachfolger nicht, der inzwischen ebenfalls ohne direkten Nachfolger aus dem Programm genommen wurde. Gute Modelle kosten derzeit noch weniger als 30.000 Euro.
Mazda MX-5 NC
Der Mazda MX-5 war schon ein Klassiker, als er 1989 auf der Chicago Auto Show vorgestellt wurde. Er belebte ein Segment neu, das längst ausgestorben zu sein schien: den klassischen Roadster.
Seine Grundidee aus geringem Gewicht, überschaubarem Platz für zwei Personen und einem nicht übermäßig starken Benzinmotor hat der Japaner seit fast vier Jahrzehnten bewahrt.
Der Mazda MX-5 ist in jeder Generation begehrt. Bei der dritten Generation mit der internen Bezeichnung NC, die ab 2005 gebaut wurde, gibt es jedoch besonders solide Technik zu einem bezahlbaren Preis von weniger als 10.000 Euro.
Daher gilt: jetzt zuschlagen und über viele Jahre einen zuverlässigen Roadster mit großem Fahrspaß bewegen. Was will man mehr in einer Zeit, in der es kaum noch neue Roadster gibt?
Mini Inspired by Goodwood
Einen solchen Mini hatte es zuvor nicht gegeben, und einen vergleichbaren wird es wohl auch nicht mehr geben. Beim Mini Inspired by Goodwood trifft Mini auf Rolls-Royce.
Der gut ausgestattete Mini Cooper S mit 184 PS wurde durch eine Echtlederausstattung und Langflor-Fußmatten aus dem Hause Rolls-Royce zur luxuriösen Kleinwagenikone.
Anfang der 2010er-Jahre wurden 1.000 Fahrzeuge zu einem Preis von jeweils rund 50.000 Euro produziert. Bis heute ist das Modell begehrt, besonders mit Automatikgetriebe und Panoramadach. Dies waren die beiden einzigen verfügbaren Sonderausstattungen, denn ansonsten war bereits nahezu alles an Bord. So konnte man sich beinahe wie in einem kleinen Rolls-Royce für die Stadt fühlen.
Die Preise beginnen bei rund 15.000 Euro.
Fiat 500 Riva
Der Fiat 500 ist bereits in seiner normalen Ausführung ein sympathischer Kleinwagen und eroberte Ende der 2000er-Jahre besonders die Herzen urbaner Käuferinnen und Käufer.
Die Liste der Sondermodelle ist ähnlich lang wie bei Mini. Eine besonders elegante Variante ist jedoch der Fiat 500 Riva. Das ab 2016 angebotene Modell ist im Farbton „Evening Blue“ lackiert und besitzt Details, die sonst eher von dem italienischen Yachthersteller Riva bekannt sind.
Ein aquamarinfarbener Streifen greift die historische Markenfarbe von Riva auf. Die Armaturentafel des Fiat 500 Riva besitzt Einsätze aus Mahagoni und Ahorn. Zahlreiche Chromelemente erinnern ebenfalls an das elegante Cockpit einer Riva-Yacht.
Das Motorenangebot des Fiat 500 Riva reicht beim geschlossenen Modell und beim Cabriolet vom 1,2-Liter-Benziner mit 69 PS bis zum Zweizylinder-TwinAir-Turbomotor mit 105 PS. Auch ein Turbodiesel mit 95 PS wurde angeboten.
Die Preise beginnen bei rund 10.000 Euro.
TEXT Stefan Grundhoff