Der teuerste Bugatti aller Zeiten?

Wem der normale Chiron nicht einzigartig genug ist, der kann sich auf die RM-Versteigerung Anfang Februar in Paris freuen, wenn der blaue Bugatti Profilée versteigert wird – für einen guten Zweck.

An Weihnachten werden allzu gerne Geschenke verteilt und zumindest die Nachricht, dass der Bugatti Profilée automobile Realität geworden ist, dürfte für den ein oder anderen Autosammler ein Geschenk sein, dass er sich nur allzu gerne macht. Technisch lehnt sich der Profilée an den bekannten Chiron Pur Sport an, bei dem statt der maximalen Geschwindigkeit das Fahrverhalten in Kurven im Vordergrund stand. Diese Technik kombiniert das Einzelstück von ehemals geplanten 30 Fahrzeugen des Bugatti Profilée mit neuen Designfinessen.

„Zu dem Zeitpunkt, als wir den Vorserien-Prototypen vom Band laufen sahen, hatte sich der Pur Sport zu einem phänomenalen Erfolg entwickelt. Da der Chiron auf insgesamt 500 Exemplare limitiert war, konnten wir nicht mehr mit der geplanten Produktion von 30 Exemplaren des Profilée fortfahren“, erläutert Christophe Piochon, Präsident von Bugatti Automobiles, „aber wir wussten, dass das, was wir geschaffen hatten, zu schön war, um es zu verstecken. Er ist – in jeder Hinsicht – ein echter Bugatti und ein einzigartiges Stück Automobilgeschichte für Sammler.“ 

Das Einzelstück aus der Manufaktur in Molsheim ist eine Sonderanfertigung mit feststehendem Heckflügel, der zwei Funktionen erfüllt. Zum einen sorgt der Flügel für Stabilität bis zur Höchstgeschwindigkeit, indem er den Abtrieb der Hinterachse maximiert. Gleichzeitig leitet er mittels Unterdruck aus dem Motorraum über zwei innenliegende Tunnel heiße Luft ab. Die Luft strömt gleichzeitig über die Oberseite des Flügels, um Abtrieb zu erzeugen, als auch unter den Flügel, um Luft aus dem Motorraum abzuführen. Der Antrieb ist identisch mit dem des Chiron Pur Sport, dessen aufgeladener 16-Zylinder unverändert gigantisch 1.500 PS leistet. Dank der kürzeren Getriebeübersetzung beschleunigt der allradgetriebene Franzose aus dem Stand in 2,3 Sekunden auf Tempo 100 und auf 200 km/h in 5,5 Sekunden. Während er Pur Sport bei 350 km/h abgeriegelt wird, schafft der Bugatti Profilée 380 km/h Spitzentempo.

„Mit den Wünschen der Kunden im Hinterkopf haben wir einen eleganten, feststehenden Sweeping Tail verbaut, der sowohl aerodynamisch als auch thermodynamisch für die unvergleichliche Leistung des Chiron Profilée optimiert ist“, erläutert Bugatti-Designer Frank Heyl, „gleichzeitig haben wir anstelle des hydraulischen Heckflügels des Chiron oder des zwei Meter breiten feststehenden Flügels des Pur Sport eine anmutige und zeitlose Form geschaffen. Wir haben ihn zu Ehren einer der ersten Kreationen von Jean Bugatti, dem Bugatti Type 46 und dem Type 50, Profilée genannt.“

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Die Lackierung mit der Bezeichnung Argent Atlantique wurde eigens für dieses Fahrzeug entwickelt. Der untere Teil des Fahrzeugs präsentiert sich in royal blau gefärbten Sichtkarbon. Dabei ist der Profilée der erste Chiron, der im Innenraum mit einer gewebten Lederoberfläche aus 2.500 Bändern ausgestattet ist, die auf dem Armaturenbrett, den Türverkleidungen und der Mittelkonsole angebracht ist. Zum Preis kann keine Angabe gemacht werden, da der Bugatti Profilée am 1. Februar 2023 in einer Auktion von RM Sotheby’s in Paris versteigert wird. Der Erlös kommt einem wohltätigen Zweck zugute. Einige Millionen werden es sicher werden.

TEXT Stefan Grundhoff für WALTER

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