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Ford Bronco 2.7 Outer Banks. Der Offroad-Mustang.

Der Mustang hat es vorgemacht und nun folgt ihm der Bronco. Ford will seinem Modellprogramm mit Ikonen wie dem F-150 und dem Mustang mehr Konturschärfe für die Zukunft geben. Wir zeigen, was der neue Ford Bronco als cooler Offroader draufhat und wieso er so schnell als möglich nach Europa kommen muss.

Die beiden Mittfünfziger am Fischereihafen von Oceanside im Süden Kaliforniens sind ganz aus dem Häuschen, als sie den knallroten Bronco auf dem Parkplatz sehen. „Ist der endlich auf der Straße?“, sagt der grauhaarige Angelfan, „sieht super aus. Ich wollte mir auch einen bestellen. Aber keiner der Händler konnte mir sagen, ob der im Frühjahr auch lieferbar gewesen wäre.“

Auch der andere Sonnenanbeter hat gleich das Smartphone gezückt und rundherum Fotos von dem neuen US Boy gemacht. „Ich würde ihn sofort nehmen“, strahlt er unter seiner Basecap hervor, „wenn ich ihnen 100.000 Dollar geben würde – wie wäre es? Geben Sie mir ihn?“

Der Ford Bronco weckt Begehrlichkeiten, die es viele Jahre nicht gab; wenn überhaupt schon einmal beim Blue Oval. Lange mussten die Ford-Fans auf den vor vielen Jahren eingestellten Bronco warten. Seither war der kleine Offroader im automobilen Untergrund zu einer Ikone gereift, die von zahlreichen Veredlern zum coolen Trendoffroader umgebaut wurde.

Dabei hat der 4,41 Meter lange Ford Bronco, der auch als Viertürer mit längerem Radstand zu bekommen ist, in erster Linie den Jeep Wrangler im Blick. Der rustikale Nachfahre des Willys Jeeps, der nicht nur unter amerikanischen Allradfans einen Ruf wie ein gefährliches Wolfsrudel hat, konnte sich in den letzten Jahren darüber freuen, dass es an sich keine Wettbewerber mehr für ihn gab.

Der Land Rover Defender ist seit seiner Neuauflage nicht wiederzuerkennen, die Mercedes G-Klasse wurde spätestens in den frühen 2000er Jahren zum für viele unbezahlbaren Luxuskraxler und der Toyota Land Cruiser hat sich ebenso in höhere Preis- und Kundenregionen verabschiedet. Diese Lücke hat Ford erkannt und sie nunmehr mit dem neuen Bronco geschlossen.

Ein Auto, das mit seiner kantigen Form bereits vor dem mehrfach verschobenen Marktstart Kult wurde und das merkt man auf den Straßen von Newport Beach genauso wie in Palm Springs, Los Angeles oder an Tankstellen in der kalifornischen Steppe. Smartphones werden gezückt, geplaudert, gefragt und begehrt. Immer wieder wird Cash geboten – eine so heiße Ware ist der Bronco. Und das ohne jeden Elektro- oder Hybridschnickschnack. Er wird deutlich teurer gehandelt als die 51.000 Dollar, die das Topmodell des Ford Bronco mit dem 2,7 Liter großen V6-Turbo kostet.

„Wir haben die Bronco-Familie gegründet, um jeden Aspekt des Offroad-Abenteuers zu verbessern, und sie mit erstklassiger Chassis-Hardware und exklusiven Technologien ausgestattet, um die Messlatte im robusten 4×4-Segment höher zu legen und die Menschen weiter in die Wildnis zu führen“, so Ford-CEO Jim Farley, „sie sind mit der Robustheit eines Pick-Ups der F-Serie und dem Leistungsgeist eines Mustang gebaut. Und in einem der beeindruckendsten und funktionalsten Offroad-Designs verpackt, das der ursprünglichen Bronco-Design-DNA entspricht.“

Der Kunde hat die Wahl zwischen einem 2,3 Liter großen Vierzylinder-Turbo mit 270 PS, der im Mustang wegen anhaltender Erfolglosigkeit eingestellt wurde und dem deutlich passenderem 2.7 Ecoboost, der stattliche 228 kW / 310 PS leistet und an eine gut abgestimmte Zehngangautomatik gekoppelt ist. Der neue Bronco hat den Charme und das Design des alten Modells behalten. Dabei fährt er sich wie ein moderner Geländewagen mit zugegeben spürbar hohem Schwerpunkt. Allzu flott sollte man daher auf kurvenreichen Straßen nicht unterwegs sein. Kann man aber, denn je nach Reifen ist der Bronco bis zu 160 oder 180 km/h schnell und bietet einen Praxisverbrauch von 10,8 Litern Super auf 100 Kilometern.

Im Normalbetrieb wird die Motorleistung an die Hinterachse übertragen. Über einen Drehschalter am Mitteltunnel gibt es Allradantrieb oder gar eine Untersetzung. Oben am Armaturenbrett können die Differenzialsperren zugeschaltet werden, wenn es abseits befestigter Pisten besonders brenzlig wird. Die stattliche Bodenfreiheit von rund 30 Zentimetern sorgt dafür, dass man bestens auch abseits befestigter Straßen unterwegs sein kann. Die Basisversion ist zudem mit einer Siebengang-Handschaltung zu bekommen, die jedoch kaum eine Chance gegen die Automatikversionen haben dürfte.

Unterschiedliche Fahrprogramme sorgen dafür, dass der Bronco bestens durch Geröllfelder, Schneepisten, Matsch oder Sand kommt. Die Wattiefe durch Wasser liegt bei über 85 Zentimetern. „Ähnlich wie beim Modell der ersten Generation sind die quadratischen Proportionen, die kurzen Überhänge und die breite Haltung von Bronco für Offroad-Abenteuer optimiert“, so Bronco-Chefdesigner Paul Wraith, „das Seitenprofil verfügt über eine flache, schnörkellose Oberfläche mit klaren Kanten und robust ausgestellten Kotflügeln.“

Dabei hat der Ford Bronco in Details etwas von einem Lego- oder Playmobilmodell. Schalter, Bedienmodule und Karosseriedetails – alles ist wie aus einem Guss und eben perfekt für ein amerikanisches Freizeitmobil. Dabei ist der Bronco als Badlands oder Wildtrak sogar mit Offroadreifen bis zu seiner Größe von 35 Zoll zu bekommen. Mit einigen Handgriffen lassen sich bei Zwei- und Viertürer die Dachmodule in einzelnen Segmenten entfernen und hinten etwas ungelenk im Fahrzeug verstauen, wo die Rücksitze eher zum Umklappen, denn zum realen Personentransport taugen.

Doch auf Wunsch geht es eben auch oben ohne. Neben diesem mehrteiligen Hartschalendach gibt es auf Wunsch auch ein Softtop, wobei sich die rahmenlosen Türen mit etwas mehr Aufwand ebenfalls entfernen lassen – ganz wie beim Jeep Wrangler. Auch beim Preis spielen die beiden in einer Liga. Das Basismodell des Ford Bronco 2.3 startet bei 28.500 US Dollar. Kauftipp ist der Outer Banks mit dem 2.7 Ecoboost V6-Motor, der mit Teilledersitzen, dem Luxuspaket nebst Sound- und Navigationssystem sowie ein paar netter Details statt der 38.000 dann knapp 51.000 Dollar kostet. So wäre der Ford Bronco auch in Europa ein Renner – her damit.

TEXT Stefan Grundhoff; press-inform

Technische Daten Ford Bronco 2.7 Ecoboost

Motor: V6 mit Turboaufladung
Leistung: 228 kW / 310 PS
Max. Drehmoment: 540 Nm
Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h
Länge / Breite / Höhe / Radstand: 4,41 / 1,93 / 1,85 / 2,55
Verbrauch: ca. 10,8 Liter / 100 km
Preis: ab 28.500 Dollar

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