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Lexus LC 500. So Sylt.

Ein Lexus Cabrio gehört irgendwie genauso nach Sylt wie Strandkörbe. Und wenn man schon nicht so richtig dolle nach Sylt fahren darf, sind wir eben zu dem Strandkorbfabrikanten gereist, der 95 Prozent aller Strandkörbe auf Sylt hergestellt hat. Lexus, Luxus, Landpartie!

Rotmetallic mit sandfarbenem Dach. Darauf muss man erstmal kommen. Aber man muss sich dabei einfach in den klassischen Syltbesucher hineinversetzen: Polohemd-Kragen hochgestellt, von LaMartina natürlich, Barbourjacke, Louis Vuitton-Taschen (nicht zu viele, der Kofferraum des Lexus ist nicht der größte der Welt), Parkplatz an der Sansibar und einen Sauvignon Blanc in der Hand. Dann passt das alles schon wieder zusammen.

Wenngleich ausgerechnet der hochgestellte Polohemd-Kragen völlig kontraproduktiv ist, da der Lexus über eine Nackenheizung verfügt, die so ihrer Wirkung weitestgehend beraubt wird. Aber irgendeinen Tod muss man halt sterben. Wer schön zu sein glaubt, muss leiden. Müssen wir ja auch, wenn wir den Kragen sehen.

Auch wenn ich mich bis zum letzten Tag unserer Testfahrt nicht so recht an die Farbkombi gewöhnen mochte: das Auto an sich hab ich schon sehr ins Herz geschlossen. Gut, wer mich kennt weiß, dass ich alles ins Herz schließe, was von einem Achtzylinder befeuert wird. Aber diesen hier mochte ich schon ganz besonders. 464 PS gibt der Fünfliter über zehn unauffällige Gänge an die Hinterachse Richtung Niebüll ab. Akustisch toll gemacht, extrem agil, mit diversesten Dynamik-Programmen feinzuregulieren.

Ich halte diese modernen Achtzylinder mit um die 450 PS wirklich für die sinnvollste Motorisierung (Annalena Baerbock gefällt das nicht). Das ist genau die Menge Leistung, die von jedem noch beherrschbar ist und wirkliche Fahrfreude ermöglicht. Und der Lexus ist ein wundervoller Freudenspender. Gerade als Cabrio – davon gibt es nicht mehr viele auf dem Markt. Wer also mit acht Zylindern und einem Stoffdach liebäugelt, sollte Fakten schaffen, bevor die EU Fakten schafft. Und der Lexus versprüht mit seiner tadellosen Verarbeitung den Eindruck, dass vor 1980 geborene Menschen nie wieder ein anderes Auto kaufen müssen. Das Ding überlebt Euch.

Auch in Sachen Design hat Lexus ganz viel richtig gemacht. Ein Auto, das sogar in rotmetallic gut aussieht, sieht einfach gut aus. Das sah auch der Lexus-Werbetexter so: „Das Designteam des LC Cabriolets stand vor einer doppelten Herausforderung: Das schönste Cabriolet der Welt zu schaffen – bei offenem und geschlossenem Verdeck.“ Das hat wohl schon geklappt, auch wenn der Farbverantwortliche … ach, lassen wir das. Für 117.000 Euro darf man auch aus richtigen Farben wählen.

Schöne Schwünge und Kanten sind in die Karosserie gezeichnet, und auch der Innenraum will vieles anders machen als die anderen. Ganz neue Linien erkennt man unter dem feinen Materialmix, nette Detaillösungen allerorten. Das Touchpad auf der Mittelkonsole ist wahlweise intuitiv oder nicht intuitiv, je nach dem, wann man geboren ist. Lustiges Gimmick: zwei massive Haltegriffe für den Beifahrer rechts und links von seinem Sitz. Nach dem ersten Kickdown weiß er, warum sie da sind.

Was einem klar sein muss: mit diesem Lexus hat man einen Auftritt. Immer. So oft sieht die Allgemeinbevölkerung dieses Fahrzeug nicht. Und rechnet auch nicht hinreichend mit der durchaus vorlauten Akustik des Achtenders.

Bei unserem Besuch in Apen bei DekoVries, dem Marktführer in Sachen Strandkörben, gab es schon einen kleinen Auflauf der Mitarbeiter. Gut ja, vielleicht sind wir mit dem V8 mitten in die Produktionshalle gebollert – aber auch dann muss es ja erstmal ein Auto sein, welches die Leute sehen wollen. Wir hatten an diesem Tag wirklich viele Sitzproben und Selfies zu verzeichnen. Der Lexus strahlt Luxus aus. Er ist ein supermodernes Auto, der alles kann, was andere auch können. Und trotzdem ist er mit seiner Krawallmotorisierung und seiner höchstwertigen Verarbeitung der neue Bekannte, der durchaus das Zeug dazu hat, in die kleine Gruppe der besten Freunde vorgelassen zu werden.

Dieser Inner Circle, mit dem man sich auch seinen Strandkorb teilt. Da ich persönlich ja eher der Einzelsitzer bin, hatte ich mich nie sonderlich mit Strandkörben befasst. Darum hier mal ein bisschen Geschichtsstunde mit Enno Cramer, dem Geschäftsführer von DekoVries: „1882 hatte der Hofkorbmachermeister Wilhelm Bartelmann aus Rostock den ersten Strandkorb für die rheumakranke Frau Elfriede von Maltzahn aus Warnemünde gebaut. Und wie man sich denken kann, erregte Frau von Maltzahn mit ihrem luxuriösen Gestühl durchaus Aufsehen (Lexus) am Strand, und so wollten schnell viele Menschen und Gemeinden den geflochtenen Wetterschutz. Zeitsprung 1984. Oda Koch, Inhaberin einer Teefirma, wollte gern auf Sylt einen Strandkorb erwerben. Aber niemand wollte

ihr einen verkaufen. Also hat Frau Koch kurzerhand den Vorläufer der heutigen Firma DekoVries gegründet und die Körbe einfach selbst hergestellt!“ Und das offensichtlich so viel besser als die anderen (mit eigenem Patent ohne gammelnden Innenstoff), dass die Firma heute Marktführer ist, 95 Prozent aller Strandkörbe auf Sylt mit dem Modell „Friesland Sylt“ stellt und das absolute Luxusmodell „Sailor“ mit zwei Edelstahlbullaugen nach 60 Tagen Wartezeit in die deutschen Gärten liefert. 20.000 Stück verkaufen die Apener im Übrigen pro Jahr, zu Preisen zwischen 399 und 3.999. Und was sie auch haben: Einsitzer! Für Menschenfeinde wie mich!

PS: Habe tatsächlich bei 270 km/h auf der Rückfahrt im Lexus überlegt, welche Farbe mein Einsitzer Sailor haben könnte. Ich denke, ich würde rotmetallic nehmen. Das passt so schön zu sandf… Verzeihung, mir hat die Sonne zu lang auf den Kopf geschienen.

PS 2: Danke an die DekoVries-Models Steffi, Nicole, Vanessa und Dennis, dass Ihr mal von einem Zweisitzer in den anderen gewechselt seid!

TEXT Thomas Senn FOTOS Thomas Senn, Patrick Franco und Michael Sanders

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