Opulentes Design und deutlich Zuwachs in der Länge. So lässt sich das Äußere der elektrischen C-Klasse zusammenfassen, die es mit dem neuen BMW i3 aufnehmen soll. Vorne leuchtet der „ikonische Grill“ (O-Ton Mercedes) mit über 1.000 Elementen, dazwischen folgt die coupéhafte Linie und am Heck gibt es neue Rückleuchten im GT-Stil. Wie immer gehen beim Design die Meinungen weit auseinander – BMW kennt das bereits. Immerhin wurde dort der Chefdesigner nicht ausgetauscht.
Technisch orientiert sich die elektrische C-Klasse klar nach oben. Viele Lösungen stammen direkt aus den größeren Modellen, allen voran vom EQS. Luftfederung, Hinterachslenkung und ein auf Komfort ausgelegtes Fahrwerk sollen Langstreckenqualitäten auf S-Klasse-Niveau liefern, ohne die Agilität aus dem Blick zu verlieren. Die optionale Hinterachslenkung reduziert den Wendekreis spürbar, während die Luftfederung mithilfe von Schwarmdaten Straßenschäden frühzeitig erkennt und darauf reagiert.
Hyper, Hyper im Innenraum
Im Innenraum zeigt sich die Verwandlung ebenso deutlich. Der um rund zehn Zentimeter gewachsene Radstand schafft mehr Platz, vor allem auf den vorderen Sitzen. Hinten bleibt das Raumgefühl dagegen etwas zurückhaltender, auch weil der Fahrzeugboden durch die Batterie höher ausfällt. Das serienmäßige Panoramadach sorgt für ein luftiges Ambiente, optional ergänzt durch ein Lichtkonzept mit bis zu 162 integrierten „Sternen“.
Zentrales Element im Cockpit ist der bis zu 99,3 Zentimeter breite Hyperscreen, der sich über die gesamte Armaturentafel spannt und von einer leistungsstarken Grafik-Engine gesteuert wird. Gleichzeitig kehren bewusst klassische Bedienelemente zurück – ein Zugeständnis an die Nutzerfreundlichkeit. Hochwertige Materialien sind gesetzt, auf Wunsch ist der Innenraum auch vegan ausgeführt.
Sport wird großgeschrieben, Komfort aber auch
Obwohl Mercedes von der „sportlichsten C‑Klasse aller Zeiten“ spricht, verlangt die Kundschaft Komfort und hier hat die C-Klasse einiges zu bieten: neu entwickelte Sitze mit Massage- und Belüftungsfunktion, besonders schnelle Innenraumheizung und ein optionales Burmester-System, das Musik über Körperschallwandler in den Rückenlehnen sogar physisch erlebbar macht.
Zum Marktstart kommt der C 400 4Matic mit 426 PS. Je eine E-Maschine pro Achse sorgt für Allradantrieb, die Kraftübertragung übernimmt hinten ein Zweiganggetriebe – für kräftige Beschleunigung und effizientes Reisen gleichermaßen. Der Sprint auf 100 km/h gelingt in rund vier Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 210 km/h.
Die Energie liefert ein Akku mit rund 94 kWh Kapazität. Dank 800-Volt-Technologie sind Ladeleistungen von bis zu 330 kW möglich – im Idealfall fließen so in zehn Minuten rund 320 Kilometer Reichweite nach. Insgesamt stellt Mercedes bis zu 760 Kilometer in Aussicht, bei einem Verbrauch zwischen etwa 14 und 18 kWh pro 100 Kilometer. Zudem ist die Limousine auf bidirektionales Laden vorbereitet und kann damit auch als Energiespeicher dienen.
Bei den Assistenzsystemen schöpft die C-Klasse aus dem Vollen. Besonders praxisnah: Ein neuer Rückfahrassistent merkt sich Strecken von bis zu 100 Metern und manövriert das Fahrzeug bei Bedarf selbstständig rückwärts – etwa aus engen Sackgassen.
Vorerst bleibt es bei der Limousine, mit einem Einstiegspreis von rund 55.000 Euro. Ob ein Kombi folgt, ist offen. Die Nachfrage danach soll nicht den Vorstellungen der Entscheider entsprechen.
TEXT Michael Heimrich