Die C-Klasse bleibt damit ihrem bisherigen Rezept treu: Evolution statt Neuanfang. Während parallel die neue elektrische C-Klasse auf den Markt kommt, werden Limousine und T-Modell mit Verbrennungsmotoren gründlich überarbeitet. Mercedes selbst spricht vom „umfassendsten technischen Upgrade“ seit Einführung der Baureihe.
Von außen muss man dafür allerdings etwas genauer hinsehen. Der Kühlergrill steht nun aufrechter, trägt zahlreiche kleine Sterne und bekommt eine beleuchtete Umrandung. Je nach Markt leuchtet auch der große Zentralstern. Neue Scheinwerfer verwenden zwei Sternmotive für das Tagfahrlicht, bei der Limousine tauchen die Sterne auch in den Rückleuchten auf. Neue Stoßfänger und Räder komplettieren das Facelift.
Wer sich bislang gefragt hat, ob ein Mercedes auch ohne Stern auf der Haube eindeutig als Mercedes zu erkennen ist, bekommt damit eine recht eindeutige Antwort.
Ein Lautstärkeregler kehrt zurück
Drinnen fällt die Modellpflege wesentlich zurückhaltender aus. Das 12,3 Zoll große Fahrerdisplay und der hochkant stehende 11,9-Zoll-Zentralbildschirm bleiben erhalten. Neu ist vor allem die Software dahinter.
Erfreulicher ist eine kleine Änderung am Lenkrad: Mercedes bringt für die Lautstärkeregelung wieder eine richtige Walze zurück. Auch die Bedienung von Tempomat und Limiter erfolgt über einen klassischen Wippschalter. Die zuletzt stark auf berührungsempfindliche Flächen ausgerichtete Bedienphilosophie wird damit zumindest teilweise korrigiert.
Das neue MB.OS bildet künftig die technische Grundlage für Infotainment und Assistenzsysteme. Updates können drahtlos eingespielt werden, die Navigation basiert auf Google Maps und der MBUX-Sprachassistent soll dank künstlicher Intelligenz längere Gespräche führen und sich Details merken können. Selbst Musik oder Podcasts kann das System passend zum Gespräch im Auto vorschlagen.
Ob man sich während der Fahrt tatsächlich von seiner C-Klasse Podcasts empfehlen lassen möchte, darf jeder selbst entscheiden. Immerhin kann man die Lautstärke anschließend wieder an einem richtigen Rädchen herunterdrehen.
Benziner und Diesel bleiben
Beim Antrieb hält Mercedes an einer ungewöhnlich breiten Auswahl fest. Es gibt weiterhin Benziner, Diesel und Plug-in-Hybride. Die konventionellen Motoren sind durchweg Vierzylinder und bekommen einen 48-Volt-Startergenerator, der kurzfristig bis zu 17 kW und 205 Nm beisteuern kann.
Bei den Benzinern reicht das Angebot vom C 200 mit 177 PS über den C 250 mit 218 PS bis zum C 300 mit 258 PS. Neu ist ein elektrisch angetriebener Zusatzverdichter, der vor allem bei niedrigen Drehzahlen das Ansprechverhalten verbessern soll. Die Diesel leisten 163 beziehungsweise 200 PS.
Das stärkste reguläre Modell ist zunächst der C 400 e 4MATIC. Der Plug-in-Hybrid kombiniert den Vierzylinder-Benziner mit einem Elektromotor und kommt auf 395 PS sowie 650 Nm. Seine 19,53-kWh-Batterie ermöglicht bis zu 100 Kilometer elektrische Reichweite nach WLTP. Geladen werden kann mit bis zu 11 kW Wechselstrom und 55 kW Gleichstrom.
Was AMG mit der überarbeiteten C-Klasse vorhat, hat Mercedes bislang noch nicht verraten.
Kurven kann sie jetzt angeblich besser
Auch das Fahrwerk wurde neu abgestimmt. Straffere Anbindungen und eine überarbeitete Verstelldämpfung sollen die Karosseriebewegungen reduzieren und die C-Klasse präziser machen. Wie groß der Unterschied tatsächlich ausfällt, wird erst eine Fahrt zeigen.
Die bekannte Hinterachslenkung bleibt erhältlich. Sie lenkt die Hinterräder um bis zu 2,5 Grad ein und reduziert den Wendekreis um 43 Zentimeter auf 10,64 Meter. Unterhalb von 100 km/h bewegen sich die Hinterräder entgegen der Vorderachse, darüber in die gleiche Richtung.
Auch bei den Assistenzsystemen legt Mercedes nach. Je nach Ausstattung kann die C-Klasse selbstständig die Spur wechseln, vor Ampeln und Stoppschildern abbremsen oder beim Ein- und Ausparken helfen. Bis zu zehn Kameras, fünf Radarsensoren und zwölf Ultraschallsensoren beobachten dafür die Umgebung.
Der größte Umbau, den kaum jemand sieht
Damit ist Mercedes‘ Behauptung vom größten technischen C-Klasse-Update gar nicht so übertrieben, wie sie zunächst klingt. Neue Softwarearchitektur, überarbeitete Motoren, geändertes Fahrwerk, neue Assistenzsysteme und modernere Lichttechnik ergeben in Summe tatsächlich eine umfangreiche Modellpflege.
Nur eben eine, die man von außen kaum erkennt.
Die überarbeitete C-Klasse ist ab 18. August 2026 bestellbar. In Deutschland startet die C 200 Limousine bei 48.844 Euro inklusive Mehrwertsteuer.