Rimac C Two. Donner und Doria.

Wenn es Supersportwagen ging, träumten die Fans einst von Porsche, Ferrari, Lamborghini oder vielleicht noch Bugatti. Mit dem Elektrotrend kommen völlig neue Hersteller auf den Plan. Rimac ist einer, der seit längerem nicht nur durch seinen C Two von sich reden macht.

Bald ist es soweit. Der mit viel Vorschusslorbeeren bedachte Rimac C Two wird in diesem Jahr zu den Kunden kommen – endlich. Immer wieder war er angekündigt worden; in den nächsten Monaten soll es so weit sein. Ende letzten Jahres wurden sechs Erprobungsträger der finalen Serie fertiggestellt.

Nicht, dass je einer der etablierten Autohersteller in seinem mehrjährigen Entwicklungsprozess das je kommuniziert hätte, doch bei einem Kleinserienhersteller wie Rimac ist jede kleine Nachricht eben auch eine große. So wurde kurz vor Weihnachten feierlich verkündet, dass in der kroatischen Fertigungsstätte in Veliko Trgovišće nunmehr die Produktion jener sechs Erlkönige begonnen habe. Jene waren die ersten Modelle, die an sich auf Serienstand seien – entsprechend wichtig für den kroatischen Hersteller und ein Licht am Ende des Tunnels für die hungrigen Kunden.

Die Leistungsdaten des Rimac C Two sind nicht weniger als spektakulär und somit spricht man in dieser Liga ohnehin nicht mehr von Super-, sondern Hypersportwagen. Der rein elektrisch angetriebene Rimac C Two leistet 1.408 kW / 1.914 PS / 2.300 Nm maximales Drehmoment und ist damit 412 km/h schnell. Aus dem Stand geht es in unter zwei Sekunden auf Tempo 100 und nach unter zwölf Sekunden soll die 300er-Marke vorbeifliegen.

Die elektrische Reichweite soll Dank eines 120-KWh-Akkupaketes bei 550 Kilometern liegen. Dabei sind die Akkus crashsicher in der Kohlefaser-Monocoque-Architektur des Hypersportlers im Mitteltunnel, dem Unterboden und einem Bereich hinter der Fahrgastzelle verbaut. Nachgeladen wird ebenfalls mit Höchstgeschwindigkeit: auf 80 Prozent seiner Leistungsfähigkeit soll der Kroate in einer halben Stunde kommen. Das alles hat seinen Preis, der ebenso wie der endgültige Name des allradgetriebenen C Two noch nicht bekannt ist. Unter einer Million Euro dürfte jedoch kaum etwas zu machen sein.

„Mit dem C Two schaffen wir eine völlig neue Art von Performance-Fahrzeug. Nach Tausenden von virtuellen Simulationsstunden, jahrelangem Design und Engineering und vielen rohen und fertigen Prototypen ist es ein ganz besonderes Gefühl, zu sehen, wie die Vorserienfahrzeuge jetzt ihre Reise durch unsere Produktionslinie antreten“, erklärt Firmenchef Mate Rimac, „dies ist das bisher deutlichste Zeichen dafür, dass der C Two fast da ist, und wir können es kaum erwarten, die Autos im Jahr 2021 an unsere Kunden auszuliefern und sie auf der ganzen Welt zu präsentieren.“

Im ersten Produktionsjahr 2021 dürften – durchaus abhängig von der entsprechenden Corona-Lage – maximal 15 bis 20 Serienfahrzeuge entstehen. Läuft die Manufaktur Veliko Trgovišće auf vollen Touren, wären wohl 100 bis 150 Fahrzeuge pro Jahr denkbar, wenn die Nachfrage passt und die Finaazlage stabil bleibt.

Vorher geht es aber noch mit Saisonbeginn zu den letzten Fahrwerksabstimmungen auf die Nordschleife des Nürburgrings. Hier muss nicht nur das Feintuning sitzen, sondern auch eine heiße Rekordrunde in den Asphalt gehämmert werden, damit die potenziellen Kunden auch stolz im Orderbuch unterschreiben. Und die Bestzeiten von VW ID. R, Porsche 919 Hybrid oder Nio EP9 haben es mit deutlich unter sieben Minuten allemal in sich.

Zudem will der Rimac auch noch hoch automatisiert bis zur Stufe vier im Straßenverkehr unterwegs sein. Abwarten, ob das alles klappt.

TEXT Stefan Grundhoff; press-inform

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