Nikita Fahrenholz. Der Held liefert wieder.

Nikita Fahrenholz war der Co-Gründer von Lieferheld. Arbeiten müsste der 40-Jährige ganz sicher nie wieder in diesem Leben. Aber wer sollte dann die besten Luxusgaragen und die sichersten Carpads der Welt bauen? Die braucht er schließlich auch für seine Autos. Und Ihr für Eure. Einer muss den Job ja machen. Garagenbesuch beim Fahrengold-CEO.

Wie kam es zu Fahrengold?

„2018 habe ich meinen Mitgründer Micky, einen Architekten, gefragt: Sag mal, kann ich mir eigentlich so von der Stange eine schöne Garage kaufen? Ich hab Autos, die ich halt sehr mag, aber die stehen in so einem Putzbau rum. Und die Antwort war nein. Da war klar: wir bauen eine Garage, die in der Konstruktion, dem Material, der Anmutung und dem Design dessen entspricht, was eigentlich drin steht.“

Das ist eine schöne Herangehensweise.

„So haben wir eine Garage entwickelt aus einer Stahlunterkonstruktion, die auch teilweise verglast ist, mit viel mit Aluminium arbeitet und dadurch sehr exakte Profile hat, sehr viel Technologie drin hat, mit Klimaanlage, mit UV-Lichtbegrenzung, getöntem Glas, auf Wunsch auch Panzerglas, schusssicher, in Wagen- und/oder Hausfarbe lackiert, Ladestation und Beleuchtungslösungen von oben und unten. Natürlich alles auch fernbedienbar. 2019 haben wir dann den ersten Prototypen gebaut, heute eine eigene Fertigung in Marzahn, back to the roots.“

Nikita Fahrenholz 1

Klima? Hatta! Wenn ich nun aber, so wie Du, in Berlin-Mitte wohne, und gar keine Garage aufstellen kann …

„Dafür gibt es das Carpad. Das war gar nicht meine Idee, sondern die von Max Knüppel, der bei uns den Vertrieb verantwortet. Er kam 2023 zu mir und meinte ‚So eine Platte mit einer schönen Umrahmung durch Licht könnte vielen Sammlern schon auch was Gutes tun.‘ Wie ein Teppich. Nur halt nicht Carpet, sondern Carpad. Das man daily benutzen kann, wenn man eine private Garage hat, wo man sein Schätzchen irgendwie schön darstellen will.“

Das kann ich mir in eine Tiefgarage legen, ohne dass mir der Hausmeister mit Brandschutzgelaber um die Ecke kommt?

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„In jegliche Fläche. Das brennt nicht, und ist wasserfest. Es stand schon auf dem Place Vendôme mitten in Paris bei Regen für Bugatti, und wir haben es auch gerade auch für Porsche in die Wüste geschickt für ein Event. Die Idee hinter diesem Produkt ist ja, dass es zwei Anwendungsbereiche gibt. Es gibt den Geschäftsanwendungsbereich, wo es ein Event gibt, wo man schnell was aufbauen muss, damit man überhaupt eine Inszenierung schafft ohne einen Möbelbauer. Das sind vier Teile, die Scharniere klicken alle zusammen, da ist der Elektroanschluss dran, Steckdose rein, fertig. Lego für Erwachsene. Und es hält: Wir haben zum Beispiel Porsche in Berlin als Kunden, da werden die ganzen Fahrzeuge seit zwei Jahren jeden Tag auf unseren Carpads ausgeliefert und inszeniert.“

ZUR PERSON

Nikita Fahrenholz (40) ist einer der Gründer von DeliveryHero und CEO von Fahrengold. Der studierte BWLer und Ex-McKinsey-Mitarbeiter stellt mit Fahrengold High-End-Garagen her, die mit Klimaanlage, UV-Schutz und schusssicherem Panzerglas ausgestattet werden können. Und er sorgt mit seinen Carpads für stilvolle Fahrzeugpräsentationen und Diebstahlsicherung in Einzel- und Tiefgaragen. Next Step: Eine Kamera- und KI-gestützte App, die den Besitzer auf Flüssigkeitsverlust von Wasser oder Öl hinweisen kann. Nikita liebt Autos, besitzt ein Rennboot und ist am Bilster Berg auf Track Days zu finden. Vorzugsweise in einem Formel Renault. Nikita lebt mit seiner Freundin in Berlin Mitte und ist eine coole Sau ohne Wenn und Aber. www.fahrengold.com

Interessant sind ja auch diese Carpads mit den Sicherungsbügeln.

„Unsere Wegfahrsperre aus gehärtetem Stahl. Ich bin ja selber Kunde meiner Firma, und die Idee ist ganz einfach: es werden im Jahr rund 15.000 Autos alleine in Deutschland geklaut.

Und das Problem heutzutage ist, dass diese Autos gar nicht auf der Straße, sondern aus Tiefgaragen und auch aus Privatgaragen aus dem Garten gestohlen werden. Da werden die Tore auseinandergebaut, recht leise, oder die Leute gehen einfach rein in eine Tiefgarage, haben vorher schon die Software vom Keyless-Go-System gehackt und fahren einfach davon.“

Nikita Fahrenholz Fahrengold

Eine Seuche.

„Genau. Darum wollten wir Sicherheit und Zeit gewinnen. Man muss nichts bohren, legt einfach das Carpad auf seinen Stellplatz, stellt das Auto drauf, klappt die Bügel hoch, die rasten ein, fertig. Das Auto kann nicht mehr weggefahren werden. Die Bügel sind aus gehärtetem Stahl, es dauert ungefähr 40 Minuten und braucht drei Flexscheiben, bis ein Bügel durch ist. Wer soll das nicht hören? Klingt total trivial, sieht auch trivial aus, aber funktioniert. Es sprechen auch schon die ersten Versicherer mit uns, weil man ja viele hochpreisige Autos in Großstädten wie hier in Berlin kaum noch versichert bekommt. Die wollen ihre Tarife senken oder überhaupt erst anbieten, wenn unsere Sicherung vorhanden ist.“

Nikita Fahrenholz Fahrengold 2

Wenn dadurch die Versicherung günstiger wird, dann ist das Ding ja schnell bezahlt.

„Das ist genau der Case. Aber auch so: Ich kenne einfach selber diese Themen, und wenn ich weiß, da sind so zwei Stahlrohre von meinem Auto, sitze ich entspannter im Urlaub.“

Hast Du aktuell noch Pläne neben Fahrengold oder bleibt dafür keine Zeit?

„Ich wollte eigentlich immer schon so einen Mittelständler bauen. Fahrengold ist jetzt zwar noch kein Schrauben-Würth, aber ich finde es schon spannend aus Berlin raus so eine Hardware-Story zu bauen, die global irgendwie gefragt ist, wo man Marktführer sein kann. Ich finde es cool, wenn bei mir jemand aus Macau anruft und eine Garage will, oder Saudis, die die Formel 1 sponsern oder irgendein Dude sagt ‚ich habe hier eine Kollektion in South Beach, könnt ihr mir bitte zehn Carpads liefern?‘ Das macht schon Spaß. Auch unsere Bugatti-Version: Wir sind im offiziellen Bugatti Tourbillon-Konfigurator. Das heißt, jeder Kunde, der sich einen Tourbillon konfigurieren will, kann direkt ein Carpad von uns in Bugatti-Version anklicken oder auch eine Garage dazu bestellen.“

Da schließt sich ja der Kreis mit Euren Büros, die früher Bugatti gehörten. Toll. Ich feier Dich. Und jetzt machen wir mal noch ein paar Fotos. 

„Ohje. Ich kann aber nicht freundlich auf Fotos. Ich bin Russe. Ich seh dann immer aus wie so ein Vladimir.“

Das Interview führte Thomas Senn. Komplette Version in WALTER #26

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