Der COVID-19 Virus legt den Motorsport flach.

Der Corona-Virus hat die Wirtschaft in vielen Ländern lahmgelegt. Auch der Motorsport ist hart von den Auswirkungen der Pandemie betroffen und manche Rennställe werden mit großen finanziellen Problemen zu kämpfen haben.

Nico Hülkenberg hat auch in diesen schwierigen Zeiten seinen Humor nicht verloren. „Comeback im zweiten Rennen. Wer hätte das gedacht. Es war eigentlich immer klar, dass es ohne mich nicht geht“, twitterte der Rennfahrer. Doch die Rückkehr in das Starterfeld des „Bahrain E GP“ fand nicht in einem realen Formel 1 Auto statt, sondern in einem virtuellen Monoposto und endete mit dem zehnten Platz. Sieger wurde mit dem Chinesen Guanyu Zhou ein Formel 2 Pilot. Das Rennen wurde unter anderem beim Bezahlsender Sky live übertragen und von regulären Formel 1 Kommentator Sascha Roos begleitet, war aber letztendlich nur ein Abklatsch eines echten Formel 1 Grand Prix.

Auch Automobilhersteller beziehungsweise deren Marken-Rennserien, wie zum Beispiel der Porsche Supercup flimmern derzeit mit Playstation Power über den Bildschirm. Doch das Ganze erscheint mehr wie eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme gelangweilter Rennfahrer als ein veritables Geschäftsmodell. Die Pandemie infolge des COVID-19-Virus trifft den Motorsport extrem hart. Vor allem die Königsklassenserie Formel 1 geht aufgrund der Rennabsagen und der damit entgangenen TV- und Sponsorengelder am Krückstock. Einigen Teams, die ohnehin finanziell am Limit agieren, stehen kurz vor dem Aus.

Je länger die Räder stillstehen, desto schlimmer wird das Szenario. Allerdings ist auch den großen Teams klar, dass es ohne die kleineren Rennställe keine Rennen geben wird und schon deswegen werden die Starken den Schwachen unter die Arme greifen. Zumal bis jetzt die ersten acht Rennen abgesagt sind. Momentan sieht es so aus, als ob die Saison frühestens mit dem GP von Frankreich am 26. Juni starten würde. Eventuell sollen Geisterrennen stattfinden, um wenigstens die TV-Einnahmen zu sichern. Doch die Logistik und die Reisebeschränkungen setzen auch hinter diese Pläne ein großes Fragezeichen.

Wie der Formel 1 geht es auch anderen Rennserien, wie der MotoGP (Motorrad), der Rallye-WM und allen dazugehörigen unterklassigen Meisterschaften – man fährt auf Sicht. Wo es möglich ist, sollen Rennen nachgeholt werden – zum Beispiel während der ursprünglichen Formel 1 Sommerpause im August. Klassiker, wie das 24 Stunden Rennen am Nürburgring oder die 24 Stunden von Le Mans sollen jetzt im September stattfinden. Auch hier ist der logistische und damit auch finanzielle Aufwand enorm.

„Wir versuchen möglichst sanft durch diese Krise zu kommen“, fasst Pascal Zurlinden, Gesamtprojektleiter GT Werksmotorsport bei Porsche das Dilemma zusammen. Die Porsche-Mannschaft befindet sich noch in einer vergleichsweisen angenehmen Situation, da hinter ihnen die finanzielle Kraft eines erfolgreichen Automobilherstellers steckt. Entlassungen sind keine geplant, aber die Kurzarbeit wird genutzt, um die Kosten zu senken. Tests auf Rennstrecken können ohnehin nicht stattfinden, also wird viel auf dem Simulator untersucht. Viele Mitarbeiter können von zuhause aus arbeiten. Manche Ingenieure helfen den Kollegen bei der Entwicklung der Serienmodelle.

Wie lange diese Notsituation noch andauert, kann keiner vorhersehen. Pascal Zurlinden ist sicher, dass sein Team innerhalb zwei Wochen wieder zum normalen Betrieb zurückkehren und Rennen bestreiten kann, sobald die Beschränkungen wieder aufgehoben werden. Doch damit ist das Ganze noch längst nicht ausgestanden. Da die Coronavirus-Krise auch die Zulieferer betrifft, stockt auch die Entwicklung neuer Fahrzeuge. Manche Rennställe beziehen Kohlefaserteile aus Italien und diese Zufuhr ist aktuell versiegt.

Der finanzielle Schaden ist noch nicht abzusehen, aber die Auswirkungen dürften immens sein. Manche Teams werden diese Zäsur nicht überstehen. Es gibt aber auch positive Auswirkungen der Pandemie. „Man lernt viel dazu, wie man effizienter arbeitet und die IT-Systeme besser nutzt. Die Krise wird die Arbeitswelt ändern, nicht nur bei Porsche, sondern generell“, sagt Pascal Zurlinden.

TEXT Wolfgang Gomoll; press-inform

LESENSWERT.

Audi R8 als Hecktriebler

Audi wird den Heckantrieb in den R8 einziehen lassen. Der...

Lancia HF Integrale Evo. Neue Teile.

Für Besitzer und Restauratoren klassischer Fahrzeuge der vier Marken Alfa...

Ferrari Roma. Magisch wie die Hauptstadt.

Der neue Ferrari Roma steht vor der Tür - im Sommer geht es los. Wie wichtig er für die Norditaliener ist, sieht man daran, dass er den Namen von Roma Capitale trägt. Eine Bezeichnung die den Italienern wichtiger ist als anderen Nationen ihre Hauptstadt. Dabei ist der neue Roma keinesfalls das Aushängeschild der Marke.