Die Wiedergeburt eines Lancia Stratos.

Um aus den traurigen Überresten eines Feuers einen Lancia Stratos wiederauferstehen zu lassen braucht es zwei Dinge: Beharrlichkeit und Naivität. Letzteres positiv gemeint.

Der Mainzer Claus Aulenbacher ist schon länger im Besitz eines originalgetreu nachgebauten Lancia Stratos Gruppe 4, „an einen Stratos mit Historie heranzukommen ist zum einen fast unmöglich und dazu unbezahlbar.“

Nun hat er doch eines der so begehrten und seltenen Originale – der Weg dahin war allerdings sehr spannend und vor allem lang.

Am 25. Mai 2014 endete in der Nähe von Marseille die Existenz von gut einem Dutzend originaler Rallye-Fahrzeuge aus einer privaten Sammlung in den Flammen eines Garagenbrandes.

„An dem übriggebliebenen Gerippe konnte man gerade noch erahnen, dass es ein Stratos war,“ beschreibt Aulenbacher die ersten Eindrücke, als er den traurigen Überrest zusammen mit Stratos-Spezialist Udo Sparwald besichtigte.

Es begann der lange, zeit- und kostenintensive Wiederaufbau. Motorblock und Getriebe konnten nach einer Renovierung wieder genutzt werden, auch die Pedalerie ist noch original. Die Blecharbeiten wurden von Lancia-Spezialisten in Italien übernommen, allein die Suche nach der korrekten blauen Lackfarbe dauerte Wochen.

Ein Schalter aus Gold

Aulenbacher recherchierte weltweit im Netz nach originalen Teilen: „Da wird ein einzelner Original-Schalter vom Armaturenbrett schon mal mit 250 Euro gehandelt, für ein originales Stradale-Lenkrad muss man mindestens 4.000 Euro hinlegen.“

Schraube für Schraube und Ersatzteil für Ersatzteil kam nach und nach zusammen. „Bei den Recherchen habe ich auch viele Leute kennengelernt, die mit diesem Auto zu tun hatten, dadurch bekam ich auch viele Bilder, die halfen, den Stratos wieder in den Originalzustand zu versetzen“.

Heute steht der Stratos wieder so bei dem Mainzer, wie er 1976 am Start der Rallye Lana in Italien war. Der damalige Pilot Giani Besozzi hat damit die Rallye beim allerersten Einsatz des Autos im Juni 75 und auch in 76 gewonnen. Die sportliche Karriere des Boliden endete im Mai 1982, seine erste Existenz dann bei dem Feuer 2014.

„Glücklicherweise wusste ich zu Beginn des Wiederaufbaus nicht, was mich da erwartet. Vom Zeitaufwand und den Kosten hatte ich mich absolut verschätzt. Aber dafür ist das Ergebnis umso schöner“ strahlt Aulenbacher gute vier Jahre später. 

Wer Autos wie den Lancia Stratos in freier Wildbahn erleben will, dem sei das Eifel-Rallye-Festival dringend ans Herz gelegt.

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