Vor 20 Jahren: Der CL 55 AMG „F1 Limited Edition“

Rennsporttechnik für die Straße: Unter dieser Leitlinie präsentiert Mercedes-Benz Ende Mai 2000 und damit begleitend zur damaligen Formel-1-Saison den CL 55 AMG „F1 Limited Edition“.

Nicht nur der Preis des Sondermodells von 330.000 DM sorgt für Exklusivität, auch die limitierte Stückzahl: Lediglich 55 Fahrzeuge werden bis 2001 gebaut. Damit ist es vom Start weg ein Sammlerstück. Die Fertigung des Coupés beginnt im Sommer 2000, und ausgeliefert wird es ab Herbst. Eines dieser äußerst seltenen Fahrzeuge befindet sich heute in der umfangreichen Fahrzeugsammlung von Mercedes-Benz Classic.

Der CL 55 AMG „F1 Limited Edition“ wird von einem AMG-V8-Hochleistungsmotor mit 5,5 Litern Hubraum vorangetrieben. Dieser entwickelt 360 PS bei 5.500/min sowie ein Drehmoment von 530 Newtonmetern bei 3.150 bis 4.500/min. Die Höchstgeschwindigkeit ist elektronisch auf 250 km/h abgeregelt.

Hightech-Bremsscheiben aus eigener Fertigung

Ein weiteres Merkmal des Autos: Es ist das weltweit erste Fahrzeug mit Straßenzulassung, das mithilfe einer Keramikbremsanlage verzögert. Bei einer Vollbremsung aus Höchstgeschwindigkeit erbringt sie eine Bremsleistung von bis zu 2.000 PS.

Die Presseinformation von Mai 2000 zum Sondermodell zitiert Mika Häkkinen, 1998 und 1999 Formel-1-Weltmeister auf McLaren-Mercedes: „Das wichtigste an einem Sportwagen ist nicht der Motor, sondern die Bremse.“

Die Bremsscheiben des Coupés fertigt das Mercedes-Benz Werk in Esslingen-Mettingen. Es ist ein Hightech-Verfahren: Kohlefaser, Kohlepulver und Harz werden unter hohem Druck in Form gepresst und dann bei 1.000 Grad Celsius gebacken. Nach dem Abkühlen erhalten die Bremsscheiben eine kurze mechanische Bearbeitung, bevor sie mit flüssigem Silizium behandelt werden. Die Kohlenstoffmatrix saugt das Silizium dabei wie ein Schwamm auf und reagiert zur Keramik.

Geringere Einpresstiefen an den AMG-Felgen ergeben optimierte Spurweiten, was den CL 55 AMG in Kombination mit den verbreiterten hinteren Kotflügeln noch bulliger erscheinen lässt. Für besonders dynamische Fahrerlebnisse sorgt außerdem die sportlichere Abstimmung des ABC-Fahrwerks (Active Body Control). Antiblockiersystem, Bremsassistent und das Elektronische Stabilitäts-Programm ESP bekommen ebenfalls eine sorgfältige Anpassung an das neue Bremssystem.

Das ausschließlich in Brillantsilbermetallic lieferbare, exklusive Coupé unterscheidet sich in mehreren weiteren Ausstattungsdetails vom Serienpendant und dokumentiert seine Nähe zum damals aktuellen Safety Car der Formel 1. Dazu gehören „F1 Limited Edition“-Schriftzüge auf den vorderen Kotflügeln, auf den beleuchteten Einstiegsleisten und auf der Mittelkonsole, dort mit fortlaufender Nummerierung. Vordersitze in betont sportlicher Ausprägung mit optimierter Seitenführung, schwarz-silberne Lederbezüge mit eingestickten AMG-Logos, ein AMG-Sportlenkrad mit perforiertem Lederbezug, Zierblenden aus Carbon, der Automatik-Wählhebel in Leder-Carbon-Kombination sowie Fußmatten mit AMG-Logos setzen ebenfalls Motorsportakzente im Interieur.

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