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Vor 30 Jahren. Die Premiere der C-Klasse (W202).

Im Mai 1993 stellt Mercedes den W202 als Nachfolger des 190 (W201) vor. Drei Jahre später folgt das T-Modell (S202). Eine besonders sportliche Version ist der C 36 AMG, zugleich das erste Kooperationsprojekt mit AMG.

Mercedes führt mit der Baureihe 202 sukzessive eine neue Nomenklatur ein: Entsprechend der bereits seit 1972 so bezeichneten S-Klasse benennt nun generell ein Buchstabe die Klasse – so entsteht der Name „C-Klasse“. Neu ist die Logik der Typbezeichnung. Der jeweilige Buchstabe steht nun vor der auf den Hubraum verweisenden Ziffernkombination. Im Sommer 1993 überträgt Mercedes das Prinzip auf die weiteren Personenwagen der Marke.

Gegenüber dem Vorgänger bietet die C-Klasse deutlich mehr Platz im Innenraum: „Wir haben darauf reagiert, dass die mitteleuropäische Bevölkerung Jahr für Jahr wächst“, erklärt Prof. Hermann Gaus, damals Leiter der Gesamtfahrzeugentwicklung. 

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Mehr Innenraum bei kaum größeren Außenmaßen lässt sich zum einen durch die Anordnung der Komponenten wie Motor, Achsen und Getriebe erzielen. Zum anderen bringt in der C-Klasse das Verlegen des Tanks erhebliche Vorteile. Im 190 ist er noch hinter der Rücksitzbank montiert. In der neuen Kompaktlimousine kommt erstmals ein Kunststofftank zum Einsatz. Der ist leicht, lässt sich frei formen und befindet sich unter der Rücksitzbank und vor der Hinterachse. Daher kann in der C-Klasse die Rücksitzbank für ein vergrößertes Raumangebot etwas nach hinten versetzt werden. 

Auch das Kofferraumvolumen wächst im Vergleich zum W 201. Bei einem Längenwachstum von rund 40 Millimetern gegenüber dem Vorgänger ist die neue Baureihe nach wie vor eine kompakte Limousine. „Das Design der ersten C-Klasse sollte ein breites Publikum ansprechen mit einer geschmeidigen, ästhetischen und zeitlosen Form“, erläutert Prof. Peter Pfeiffer, Chefdesigner von 1999 bis 2008, die damaligen Maßgaben.

Neben der verbesserten Sicherheit bei Frontal- und Heck-Crashs messen die Ingenieure dem Seitenaufprallschutz eine hohe Priorität zu. Außerdem haben die Entwickler während der Konstruktion der Baureihe 202 die Ressourcenschonung im Blick. Das Ziel: 85 Prozent des Altfahrzeugs sind stofflich wiederverwertbar.

Zur deutlichen Verbesserung von Fahrkomfort und Fahrsicherheit gegenüber dem Vorgängermodell tragen moderne Achskonstruktionen bei. Die beiden Querlenker der Vorderachse – deshalb die Bezeichnung Doppelquerlenkerachse – optimieren die Radführung. Die aus dem „Baby-Benz“ bekannte hintere Raumlenkerachse wird modifiziert und mit einer elastischen Hinterachs-Getriebeaufhängung versehen. Auch die neue Abstimmung von Federn und Dämpfern sowie ein längerer Radstand und breitere Spurweite tragen zu Komfort wie Fahrsicherheit bei.

Die vier Ausstattungslines

„Lines“ nennt Mercedes neben der sogenannten klassischen Version – später als Classic bezeichnet – die Ausstattungsvarianten Esprit, Elegance und Sport. Als „jugendlich frech“ (Esprit), „vornehm-elegant“ (Elegance) und „dynamisch-technisch“ (Sport) beschreibt die Marke diese. Esprit zeichnet sich durch eine um 25 Millimeter tiefergelegte Karosserie aus sowie ein farbig-frisches Interieur.

Elegance fällt auf durch farblich auf den Lack abgestimmte Schutzleisten sowie Chromeinlagen an Schutzleisten und Türgriffen. Im Innenraum bestimmt Holz das Ambiente. Sport ist ebenfalls um 25 Millimeter tiefergelegt, und das Fahrwerk ist straffer abgestimmt. Zur Ausstattung gehören breitere Reifen sowie Leichtmetallfelgen im Fünflochdesign. 

„Es ist gelungen, mit diesen Lines ein noch breiteres Publikum anzusprechen“, erklärt Prof. Peter Pfeiffer, „über Esprit und Sport konnten wir Käufer überzeugen, denen das Design des W 202 zu ruhig war.“ Jeweils ein Drittel der Fahrzeuge wird mit den Lines Classic und Elegance ausgeliefert. Das weitere Drittel entfällt auf Esprit und Sport.

Ein T-Modell kommt hinzu

Schon früh in der seit 1986 laufenden Konzeptionsphase der Limousine beschließt der Vorstand der damaligen Daimler-Benz AG zusätzlich die Entwicklung eines T-Modells mit der internen Bezeichnung S 202. Dieses kommt 1996 auf den Markt und ist das erste T-Modell in der Kompaktklasse. Den Ladekünstler zeichnen praktische Vorzüge aus – und ebenfalls sein Design. „Autos müssen faszinieren“, sagt Prof. Peter Pfeiffer. „Reine Vernunftautos scheitern am Markt.“

Die Leistungsspitze der Baureihe 202 markiert zunächst der im Herbst 1993 vorgestellte C 36 AMG. Er ist das erste von Mercedes-Benz und AMG gemeinsam entwickelte Fahrzeug. Die Basis bildet ein C 280 in der Ausstattungslinie Sport. Den 2,8-Liter-V6-Motor bringt AMG durch die Vergrößerung von Bohrung und Hub auf 3,6 Liter Hubraum. Spezielle Kolben, eine geänderte Kurbelwelle und eine höhere Verdichtung führen zu einer Leistung von 280 PS. Gegenüber der Sport-Variante liegt das Fahrwerk um weitere zehn Millimeter tiefer. Eine modifizierte Front- und Heckschürze, Seitenschweller sowie größere Räder zeichnen die AMG Variante optisch aus.

Die Stylisten in Sindelfingen sind in die Entwicklung eingebunden. „Der C 36 AMG passt selbstverständlich zur Gesamtformensprache der Baureihe“, sagt Prof. Peter Pfeiffer. Er wird ein großer Erfolg: Zwischen Herbst 1993 und Juni 1997 werden beachtliche 5.221 Exemplare des C 36 AMG gebaut. Im September 1997 hält dann zum ersten Mal ein Achtzylindermotor Einzug in die C-Klasse. Der C 43 AMG leistet 306 PS. Beim 1998 vorgestellten C 55 AMG sind es sogar 347 PS.

Die C-Klasse siegt auf Anhieb in der DTM

In der beliebten DTM setzt die C-Klasse ab 1994 die erfolgreichen Jahre des auf Basis des 190 E 2.5-16 entstandenen Renntourenwagens fort. 1994 gewinnt Klaus Ludwig den Titel mit einer AMG-Mercedes C-Klasse DTM, deren V6-Motor 400 PS leistet. Mit der überarbeiteten Variante und 440 PS sichert Bernd Schneider 1995 die Meistertitel der DTM und der internationalen Tourenwagen-Meisterschaft ITC.

Während der Bauzeiten von 1993 bis 2000 (Limousine) sowie 1996 bis 2001 (T-Modell) fließen zahlreiche technische wie optische Verbesserungen in die Produktion ein. So kehrt 1995 im C 230 Kompressor das Roots-Gebläse zurück. Dieses führt zu einem deutlich höheren Drehmoment in einem breiten Drehzahlbereich und einer spontaneren Leistungsentfaltung. „Wegen des fehlenden Turbolochs haben wir uns damals für den Kompressor und gegen den Turbolader entschieden“, erläutert Fahrzeugentwickler Prof. Hermann Gaus. 

Ab der 1997 erfolgten Modellpflege werden C 240 und C 280 mit neuen V6-Motoren angeboten. Das elektronische Stabilitätsprogramm ESP ist zunächst für diese Modelle bestellbar, die anderen folgen.

Einen aufgeladenen Motor präsentiert Mercedes auch als Diesel. Der C 250 Turbodiesel ist der erste Turbodiesel-Pkw mit Vierventiltechnik und Ladeluftkühlung. Seine Leistung beträgt 150 PS. 1997 hält das Common-Rail-Prinzip in die C-Klasse Einzug. Der Vierzylinderdiesel leistet im C 220 CDI 125 PS.

Von 1993 bis 2000 werden 1.626.383 Limousinen der Baureihe 202 gebaut. Von 1996 bis 2001 kommen 243.871 T-Modelle hinzu.

LESENSWERT.
WALTER.