McLaren McL 6GT. Zurück zum Schalten.

McLaren erinnert mit dem McL 6GT an einen Sportwagen, der nie in Serie ging. Die Studie greift Bruce McLarens ursprünglichen M6GT auf und kombiniert dessen Idee mit moderner Carbontechnik, V8-Motor und Handschaltgetriebe. Ein Serienmodell soll 2028 folgen.

Der M6GT war Ende der 1960er-Jahre Bruce McLarens Versuch, aus der eigenen Rennsporttechnik einen Straßensportwagen zu entwickeln. Das Projekt blieb unvollendet, wurde aber zum Ausgangspunkt jener Idee, aus der Jahrzehnte später McLaren Automotive entstehen sollte.

Mit dem neuen McL 6GT nimmt McLaren diesen Gedanken wieder auf. Das auf der Monterey Car Week 2026 vorgestellte Konzept soll ausdrücklich kein Einzelstück bleiben, sondern einen Ausblick auf ein Serienmodell geben, das 2028 erscheinen soll. Zugleich kündigt McLaren damit eine neue, besonders exklusive Modellreihe außerhalb des bisherigen Kernprogramms an.

Wieder ein echter Handschalter

Die wichtigste Nachricht steckt allerdings im Innenraum: Der McL 6GT bekommt ein manuelles Getriebe. Damit kehrt erstmals seit dem McLaren F1 von 1992 ein klassischer Handschalter in einen McLaren zurück. Die Kraft des V8 wird ausschließlich an die Hinterräder übertragen.

McL6GT 3

McLaren legt dabei ausdrücklich Wert auf eine mechanische Bedienung. Neben dem Handschaltgetriebe kommt eine hydraulische Lenkung zum Einsatz. Der Schalthebel steht vergleichsweise hoch und trägt im Knauf das dreidimensionale „Speedy Kiwi“-Emblem, das auf eines der frühesten Markenzeichen McLarens verweist.

Auch die übrigen Bedienelemente sollen bewusst einfach und direkt gehalten sein. Gerändelte Aluminium-Schalter und sichtbar ausgeführte technische Komponenten ersetzen die zunehmend üblichen Touchflächen.

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Konkrete Angaben zu Leistung, Hubraum, Gewicht oder Fahrleistungen macht McLaren bislang allerdings nicht. Bekannt ist lediglich, dass ein V8-Verbrennungsmotor zum Einsatz kommt.

Viel M6GT, wenig Retro

Auch optisch orientiert sich der McL 6GT am historischen Vorbild, ohne dessen Form einfach zu kopieren. Die sehr flache und breite Silhouette erinnert an den M6A Can-Am-Rennwagen, aus dem der ursprüngliche M6GT hervorging.

Die Front liegt extrem niedrig, das Dach geht fast ohne Unterbrechung in Motorabdeckung und Heck über. McLaren greift zudem das sogenannte Kamm-Heck des Originals auf.

McL6GT 1

Historische Details bleiben vergleichsweise dezent. Das Rückleuchtenmotiv orientiert sich am M6GT, Bruce McLarens früheres Kennzeichen erscheint als Ton-in-Ton-Grafik und seine Unterschrift findet sich im Motorraum. Der „Speedy Kiwi“ taucht zusätzlich am Tankdeckel auf.

Im Innenraum wird das klassische Kastensteppmuster des M6GT neu interpretiert. Das Cockpit selbst bleibt digital, soll sich in seiner Darstellung aber stärker an der Klarheit älterer Instrumente orientieren.

Carbon vom Monocoque bis zur Außenhaut

Beim Aufbau setzt McLaren konsequent auf Carbon. Sowohl das Monocoque als auch die komplette Karosserie bestehen aus Kohlefaser. Auch im Innenraum bleibt das Material teilweise sichtbar.

Das folgt weniger einer nostalgischen Idee als der bekannten McLaren-Leichtbauphilosophie. Seit dem MP4/1 von 1981 gehört ein Carbon-Monocoque zu den zentralen technischen Merkmalen der Marke.

Wie leicht der McL 6GT tatsächlich wird, verrät McLaren noch nicht. Auch zur Aerodynamik, zum Fahrwerk oder zu den Bremsen nennt die Pressemitteilung bislang keine technischen Daten.

McL6GT 2

McLaren-Chef Nick Collins beschreibt das Auto als moderne Umsetzung von Bruce McLarens ursprünglicher Vision. Entscheidend ist dabei weniger die historische Anspielung als die Richtung, die McLaren damit einschlägt: leichter, mechanischer und mit stärkerem Fokus auf die unmittelbare Bedienung.

Der McL 6GT bleibt zunächst eine Studie. Dass McLaren bereits ein Serienmodell für 2028 ankündigt, macht ihn allerdings zu deutlich mehr als einer Designübung.

McL6GT 4

Und ausgerechnet in einer Zeit, in der Supersportwagen immer stärker elektrifiziert und digitalisiert werden, setzt McLaren dabei auf die klassische Kombination: V8, Hinterradantrieb und einen Schalthebel zwischen den Sitzen.

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