Mercedes EQE.

Der Mercedes EQS surrt gerade erst auf den Markt, da legt Daimler mit dem EQE den kleinen Bruder als elektrische Oberklasselimousine nach. Design und Technik haben deutliche Anleihen zum großen Bruder. Marktstart ist jedoch erst im nächsten Sommer.

Front, Seitenlinie, Heck und das ganze gespannt wie aus einem Bogen kennt man bereits vom Mercedes EQS. Beim 4,94 Meter langen EQE gibt es das Ganze eine Klasse darunterund ähnlich elegant. Mit einer Länge von 3,12 Metern ist der Radstand des Mercedes EQE neun Zentimeter kürzer als der des großen Bruders und er hat keine große Heckklappe, sondern eine feststehende Heckscheibe.

Im Vergleich zur aktuellen E-Klasse bietet der EQE knapp drei Zentimeter mehr Schulterraum und knapp acht Zentimeter mehr Innenraumlänge; allerdings bei einer batteriebedingt deutlich höherer Sitzposition. Das Kofferraumvolumen beträgt 430 Liter.

Das Innenraumdesign und die Ausstattung lehnen sich deutlich an den EQS an, so sind beispielsweise der 1,41 Meter breite MBUX Hyperscreen, automatische Komforttüren vorn und eine Lenkung an der Hinterachse als Sonderausstattungen verfügbar. Auf Wunsch ist der Mercedes EQE mit einer Luftfederung sowie einer Hinterachslenkung in zwei Varianten von 4,5 und 10 Grad erhältlich, die den Wendekreis auf bis zu 10,70 Meter verringert. Wahlweise gibt es Räder mit 19-, 20- oder 21-Zoll.

„Nach dem EQS ist der EQE bereits das zweite Modell auf unserer Plattform für Elektrofahrzeuge der Luxus- und Oberklasse. In dieser Innovationsgeschwindigkeit zeigen sich die Vorteile der skalierbaren Architektur“, so Entwicklungsvorstand Markus Schäfer, „mit dem neuen EQE können wir die Hightech-Lösungen unseres Elektro-Flaggschiffs EQS schnell einem breiteren Käuferkreis zugänglich machen. Und unsere Produktionsflexibilität erreicht beim EQE einen neuen Höhepunkt: Im Werk Bremen, wo die Versionen für den Weltmarkt vom Band laufen, werden aktuell bereits vier andere Modelle gefertigt.“

Auch wenn der Mercedes EQE seine Weltpremiere auf der IAA 2021 in München feiert, kommt er erst im Sommer nächsten Jahres auf den Markt. Erste Modellvariante wird der Mercedes EQE 350 mit 215 kW / 292 PS / 530 Nm sein, der seinen Kunden – auf der EVA2-Plattform mit Hinterrad- und Allradantrieb verfügbar – mit seinem 90-kWh-Akkupaket eine elektrische Reichweite von 550 bis 660 Kilometern offeriert. Der Normverbrauch soll noch unter dem des besonders effizienten EQS liegen – 15,7 – 19,3 kWh pro 100 Kilometer. Für schnelles Laden mit Gleichstrom ist ein DC-Schnellladesystem mit bis zu 170 Kilowatt an Bord. In 15 Minuten lassen sich beim EQE bis zu 35,55 kWh nachladen – das entspricht einer Reichweite von bis zu 250 Kilometern.

Die Elektromotoren des EQE an Vorder- und Hinterachse sind permanenterregte Synchronmaschinen. Dabei ist der Rotor des Wechselstrommotors mit Permanentmagneten bestückt und muss daher nicht mit Strom versorgt werden. Die Magnete – und damit der Rotor – folgen dem umlaufenden Wechselstromfeld in den Wicklungen des Stators. Beim EQE verwendet Mercedes-Benz eine sogenannte Einzugswicklung für ein besonders starkes magnetisches Feld. Die Frequenz wird in den Umrichtern der Leistungselektronik an die Geschwindigkeitsanforderungen des Fahrers angepasst. Die Maschine an der Hinterachse ist besonders leistungsstark durch Sechsphasigkeit: Sie besitzt zwei Wicklungen mit jeweils drei Phasen. Neben den Standardantrieben an der Hinterachse gibt es Mercedes EQE auch als Allradversion.

Die Produktion des neuen Mercedes EQE findet in Bremen sowie beim deutsch-chinesischen Joint-Venture BBAC in Peking für den Chinamarkt statt.

TEXT Stefan Grundhoff; press-inform

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