0,00 €

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

0,00 €

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

Peugeot e-5008. Das wurde besser.

Peugeot geht in die finale Phase seiner Wechselstrategie von Verbrenner auf Elektro. Nummer elf von zwölf Fahrzeugen ist der neue 5008, eine schmucke Mischung aus Van und SUV. Gerade der elektrische Peugeot e-5008 dürfte vielen Konkurrenten wehtun.

Peugeot hat zugehört und das ist in der Autoindustrie nicht oft der Fall. Die betont familiären Kunden wollten mehr SUV, mehr Leistung und mehr Komfort. Bei allem hat der neue Peugeot 5008 einen deutlichen Sprung nach vorn gemacht. 4,79 Meter lang bietet der Crossover aus dem Stellantis-Konzern Platz für fünf, maximal sogar sieben Personen. 

Der Peugeot 5008 ist im Vergleich zu seinem Vorgänger auch schicker geworden. Optisch weniger Van und dafür mehr SUV, auch wenn er mit seiner Bauart nach wie vor zu ersteren zählt. Am deutlichsten sind die Fortschritte jedoch im Innern. Die Sitze sind bequem, je nach Version elektrisch zu verstellen und bieten ebenso Seitenhalt wie Oberschenkelauflage. Fahrer und Copilot blicken auf ein 21 Zoll großes Panoramadisplay, das sich nach Vorbild von Cadillac oder BMW leicht gewölbt um den Arbeitsplatz des Fahrers schmiegt. 

Leider hält Peugeot an seinem allzu kleinen Lenkrad fest, das sich unverändert unter den Instrumenten positioniert. Ernsthaft keine Alternative für ein zusätzliches Head-Up-Display, das andere Konzernmarken in dieser Liga durchaus offerieren. Stattdessen befindet sich die Oberseite des Lenkradkranzes stets so im Blickfeld des Fahrers, dass dieser nicht alles im Blick hat. Schade, denn sonst passt die Bedienung auch über die doppelt belegbare Schalterleiste in der Mittelkonsole. 

Die Oberflächen sind im oberen und damit sichtbaren Teil unterschäumt, illuminiert und zum Teil schick bespannt – so wirkt der e-5008 edler als mancher Konkurrent und bietet zudem noch zahlreiche Ablagen. Unterhalb der Knielinie hat jedoch liebloses Hartplastik die Überhand und auch die Türtaschen sind nicht ausgekleidet, sodass Gegenstände hörbar und kratzfähig darin umherrutschen.

Doch Peugeot hat trotz der störenden Hartplastikinseln dazugelernt. Das große Panoramadach lässt sich im vorderen Bereich öffnen und verfügt über ein elektrisches Rollo, das nicht nur verschattet, sondern bei Regen und Kälte Atmosphäre bietet. Zumindest die äußeren Fondsitze sind wohlig zu beheizen und auch die getrennte Klimaregelung für den Fond und zahlreichen USB-Anschlüssen machen den 5008er zu einem idealen Reisemobil. 

Positioniert ist er als Elektroversion mit ansprechenden Reichweiten bis weit über 600 Kilometern. Zwar ist der Peugeot 5008 auch als doppelte Hybridversion zu bekommen, doch gerade die 48-Volt-Variante dürfte mit schmalen 100 kW (136 PS) kaum einen Kunden in das Segment locken. Interessanter dürfte für so machen Interessenten dagegen der 195 PS starke Plug-in-Hybride sein, doch die meisten Kunden sollen nach Wünschen des Herstellers ab Herbst elektrisch in einem e-5008 unterwegs sein. 

Hier gibt es etwas unverständlich zwei sehr nah beieinander liegende Fronttriebler mit 157 kW (213 PS) sowie 169 kW (231 PS). Der erste ist an das kleine 73-kWh-Akkupaket gekoppelt, der zweite an die stärkere Version mit 96 kWh. Doch das mehr als empfehlenswerte große Batteriepaket ist nicht für den 235 kW (320 PS) starken Allradler zu bekommen. Verstehen muss das keiner. 

Das gilt auch für die Konditionierungsfunktion, denn diese ist aktuell nur als Vorrüstung zu bestellen. Bis Ende des Jahres soll das Problem jedoch behoben sein. Einziger Trost: ohnehin wird der neue Peugeot e-5008 nicht vor Oktober an seine Kunden ausgeliefert. Das maximale DC-Ladetempo: 160 kW – im Wettbewerb nicht mehr als untere Mittelklasse. Am Wechselstrom kann aktuell auch nur mit elf Kilowatt geladen werden; die 22-kW-Version (bidirektional) folgt später. Dagegen bereits zum Verkaufsstart: die Ladeklappe an der linken hinteren Flanke dürfte die größte Ihrer Art auf dem gesamten Markt der Elektroautos sein.

Die elektrische Basisversion mit 157 kW (213 PS) ist angesichts von Größe und eines Leergewichts von fast 2,3 Tonnen ein echter Einsteiger, denn für flotte Fahrten fehlt dem mindestes 51.500 Euro teuren Familienvan schlicht der Tatendrang, denn auch die nahezu vom Start verfügbaren 345 Nm maximales Drehmoment sind nicht allzu viel, wenn weitere Personen und oder Gepäck an Bord sind und das Fahrgewicht locker bei 2,5 Tonnen liegt. Gerade ab mittleren und höherem Tempi wird es hinter dem Steuer auch für solche Fahrer etwas zäh, die einmal überholen oder auf eine Autobahn auffahren wollen. Abgeriegelt wird unabhängig vom angewählten Fahrprogramm ohnehin bereits bei 170 km/h. Die stärkere Allradvariante darf 180 km/h schnell fahren und die beiden Hybriden zeigen sich mit 200 sowie 220 km/h deutlich flotter.

Wer öfter auf langen Strecken unterwegs ist, sollte sich zumindest für die Long-Range-Variante entscheiden, was die elektrische Reichweite von rund 500 auf bis über 650 Kilometer erweitert und einem noch etwas Zusatzleistung spendiert. Das Fahrwerk ist überaus komfortabel, die Wankbewegungen sind in flott gefahrenen Kurven wegen des schweren Akkupakets (520 kg) nebst niedrigem Schwerpunkt weniger spürbar als bei einem vergleichbaren Verbrenner und die Lenkung ist deutlich präziser als man es bisher kannte. 

Bei der Ausstattung macht es einem Peugeot mit den beiden Versionen Allure und GT besonders leicht. Empfehlenswert die GT-Variante, die unter anderem eine elektrische Heckklappe, LED-Scheinwerfer, 20-Zöller und Dreizonen-Klimaautomatik bietet. Serienmäßig für alle Versionen: acht Jahre Garantie bis 160.000 Kilometer.

TEXT Stefan Grundhoff

LESENSWERT.
WALTER.