WERBUNG

Audi Sport quattro S1. Das Monster lebt.

Keith Edwards hat einen Audi Sport Quattro S1 E2 nach Pikes Peak Vorbild. Eine muskelstrotzende Replica, die noch mehr Dampf unter der Haube hat als Walter Röhrls Werksrakete von 1987! Der Engländer macht mit seiner roten Rakerte regelmäßig Bergrennen unsicher.

Ein besonderes Augenmerk legten sie auf die Punkte Aufladung, Einspritzung und elektronisches Motormanagement. Im Zuge der Optimierungen konnte der aktuell verwendete Garrett-Turbolader relativ klein ausgelegt werden, ein echtes Plus bei Ansprechzeit und Fahrbarkeit – das einst gefürchtete „Turboloch“ gibt es nicht mehr. An dessen Verschwinden ist das verwendete, hypermoderne MoTeC Motor-Management-System, das sich auch um die ALS-Funktion kümmert die den Turbo stets auf Drehzahl hält, federführend beteiligt.

Fortschritte wurden ebenfalls bei der Zuleitung der Ansaugluft sowie der Anströmung des riesigen Ladeluftkühlers erzielt. Der hat im Frontbereich keine Platz-Konkurrenz, da die Wärmetauscher für Wasser und Motoröl sich nebst den dazu gehörenden Ventilatoren im Kofferraum befinden. Die benötigte Kühlluft strömt durch Kanäle in den hinteren Seitenteilen ein und durch den Heckgrill wieder aus. Damit die Brennraum-Temperaturen im grünen Bereich bleiben, wird entsprechend „fett“ eingespritzt. Eine ganze Pumpen-Batterie sorgt mit Hochdruck dafür, dass immer genügend Sprit vom im Heck montierten Mini-Tank zum Motor befördert wird.

Sollte „Motorenfieber“ auftreten, dann kann in den Ladeluft-Ausgang des Turbos fein dosiert Wasser injiziert werden. Das durch seine Verdunstung die vorkomprimierte Luft kühlt und so die Hitze im 20V-Motor reduziert. Der übrigens sogar ölgekühlte Auslass-Ventilsitze sein Eigen nennt, die über Kanäle und fein kalibrierte Bohrungen permanent Nachschub aus dem Schmierkreislauf des Motors erhalten. Dafür, dass dieser nicht kollabiert, sorgt eine Trockensumpfanlage, deren Mehrkammerpumpe das Öl aus der flachen Wanne unter dem Motor absaugt und den Triebwerks-Lebenssaft direkt an mehrere motorseitige Eingänge sowie an den Turbolader liefert.

Für so viel „Wohlfühl-Ambiente“ bedankt sich das Triebwerk mit Power satt: Bei 2,5 bar Ladedruck und Drehzahlen bis zu 9.300 Touren werden 850 PS sowie ein Drehmoment von 900 Newtonmetern generiert. Das sind echte Top-Werte, die über den Leistungsdaten des Original Pikes Peak Vorbildes liegen.

Die immense Kraft verlangt nach einer 3-Scheiben Carbon-Kupplung, das 6-Gang Dog-Box-Getriebe stammt von den australischen Drive-Train Spezialisten PAR und ist mit einem Sequential-Shifter-System aufgepeppt. Aus Down Under stammt auch das Mitteldifferential, das den auf 50:50 fixierten Durchtrieb des Ursprungs-Quattros ersetzt. Ansonsten besteht die Kraftübertragung aus Audi-Teilen, mit Lamellen-Diff-Sperren an Vorder- und Hinterachse. Für die passende Verzögerung sorgen rundum Vierkolbenbremssättel. Die vorderen kommen von AP und wirken auf belüftete 340-Millimeter-Scheiben. Die Anlage hinten ist etwas kleiner, ihre Komponenten sind der Audi-Palette entnommen.

Durch konsequenten Leichtbau, der GFK- und Carbon-Anbauteile einschließt, konnte das Fahrzeuggewicht auf 960 Kilogramm reduziert werden. In Sachen Aerodynamik und äußeres Erscheinungsbild ist Keith Edwards Renner – mit Ausnahme der Farbgestaltung – eng an Walter Röhrls Pikes Peak Dienstwagen angelehnt. Aber entsprechend dem „Inspirator“ Tom Hammonds, der mit seinem Sport Quattro ausgiebige Tests im MIRA (Motor Industry Research Association’s) Windkanal unternahm, gab es auch am Edwards Audi bei Luftführung, Flügelwerk und Downforce etliche Weiterentwicklungen.

Bleibt noch das Fahrwerk. Dieses ist gemäß der früheren Audi-Philosophie simpel ausgelegt. An beiden Achsen wird es von McPherson Federbeinen, unteren Lenkern sowie einstellbaren Stabis gebildet. Auch bei Keith Edwards Quattro ist das noch so. Zwar haben die Jungs von der Insel bei den Federbein-Anbauteilen bereits einige Dinge in Eigenregie verbessert, aber in den Hülsen stecken nach wie vor alte KONI Dämpfer. Keith & Keith sehen hier echtes Performance-Potential, liebäugeln daher mit einem KW Competition Fahrwerk. Weil beide, Fahrer Keith Edwards genauso wie Technik-Partner Keith Murray genau wissen, dass auf dem Weg zu Top-Erfolgen auf kurvenreichen Bergstrecken Handling und Straßenlage des bärenstarken Pikes Peak Audi Quattro dringend auf einen zeitgemäßen Stand gebracht werden müssen. Damit in Zukunft sein Pilot nicht nur beim Start mit 1,8 g in seine Rennschale gepresst wird, sondern auch in Biegungen aller Art diesem Wert möglichst nahe kommt.   

Leider sind Keith Edwards und sein Audi bisher höchstens drei- bis viermal pro Jahr auf dem europäischen Festland zu bewundern, obwohl er selbst und seine britischen Freunde, die ihn in der Regel begleiten um ihre eigenen, attraktiven Renner ebenfalls an den Start zu bringen, sich auf dem Kontinent super wohl fühlen und die „einmalige Atmosphäre voll genießen“. Vielleicht bekommen sie dadurch ja doch Lust auf mehr? Und wer weiß, vielleicht könnt ihr ja irgendwann den sympathischen englischen Hill-Climbern selbst die Hände schütteln und, wenn Keith & Keith bis dahin das Fahrwerk des Pikes Peak Audi richtig im Griff haben, auch zu tollen Erfolgen gratulieren. That would be absolutely great!

TEXT Uli Kohl
FOTOS Axel Weichert

LESENSWERT.