Das sportliche Image der Bayrischen Motoren Werke begann mit großen Rennerfolgen in der Vorkriegszeit und in den 1960er / 70er Jahren. Diese Tradition setzten die Münchner in den 1980er Jahren auf den Rennstrecken dieser Welt fort und waren dabei nicht allein auf Rundkursen erfolgreich. Die siegreichen Tourenwagen strahlten ab auf das gesamte Modellportfolio und so konnte sich jeder Kunde ein Stück Sportlichkeit nach Hause holen – wahlweise mit zwei, vier oder gar fünf Türen und somit als Bayernexpress für die ganze Familie.
BMW 325i E30
Für viele ist der BMW der Generation E30 der Dreier schlechthin. Motor vorn, Antrieb hinten mit seiner idealen Gewichtsverteilung eine ideale Fahrmaschine. Wirklich dynamisch sind jedoch nur die Reihensechszylinder und wem die 129 PS des BMW 320i nicht reichen, der ist mit dem 171 PS starken BMW 325i – auf Wunsch auch mit Allradantrieb zu bekommen – bestens bedient. Das niedrige Gewicht von rund 1,3 Tonnen sorgte zusammen mit einer direkten Lenkung und der knackigen Handschaltung für mächtig Fahrfreude beim Piloten. Sportlicher, teurer und schärfer: der BMW M3 – damals noch mit einem 215 PS starken Vierzylinder.
BMW 328i Coupé E36
Das bessere ist der Feind des Guten – nirgends wird dies sichtbarer als bei der Nachfolgegeneration des Dreiers mit der internen Bezeichnung E36, der fahrdynamisch alles eine Klasse imposanter machte als sein Vorgänger und speziell in den Sechszylinder-Versionen zu einer echten Fahrmaschine wurde. Flott unterwegs sein kann man auch mit dem BMW 318 is Coupé, einem 140 PS starken Vierzylinder mit Vierventiltechnik, doch echte Sportlichkeit bieten insbesondere die Versionen 325i und 328i; wahlweise als Limousine, Coupé, Cabrio oder Touring zu bekommen. Wer noch mehr will: es gibt auch einen BMW M3.
BMW M3 E36
Als ob die BMW M3 Generation E30 nicht schon dynamisch genug gewesen wäre, gibt es mit dem E36 erstmals einen M3 mit standesgemäßem Reihensechszylinder. Statt der bisherigen 215 PS bietet der Nachfolger 286 PS in der Basiskonfiguration. Die späteren GT-Modelle des Coupés leisten sogar bis zu 321 PS und sind heute auf dem Gebrauchtwagenmarkt begehrter denn je.
BMW 528i E12
Sportliche Limousinen waren in den 1980er Jahren die Seltenheit. Die meisten Viertürer waren mit zunehmend effizienten Vier- und Sechszylindern unterwegs. Echter Fahrspaß kam bei kaum einem Modell auf. Eine der wenigen Ausnahmen ist der BMW 528i der Generation E12, die bereits Anfang der 1970er Jahre seine Premiere feierte und bis 1981 produziert wurde. Seine Topversion war der 528i, der zunächst 177 PS und später 184 PS leistete und die Basis für die Nachfolgegeneration des 528i (E24) war. Noch mehr Dampf gab es nur beim BMW M535i, dessen M90-Reihenschszylinder mit Genen der M GmbH Dank 218 PS bis zu 225 km/h schnell war.
BMW 540i E34
BMW ist bekannt für die ebenso laufruhigen wie kraftvollen Reihensechszylinder. Doch es ging selbst in der Liga der Oberklassemodelle noch mehr. Denn beim 5er der Baureihe E34 gab es erstmals auch besonders leistungsstarke Achtzylinder. Nach der Modellpflege im Jahre 1992 wurden die bisherigen Topmodelle 530i / 535i mit ihren bis zu 218 PS starken Sechszylindern von Achtzylinder-Triebwerken ersetzt. Neben dem 340 PS starken BMW M5 war der 540i das absolute Topmodell. Dessen vier Liter großen V8-Saugmotor leistete ebenso wie im klassenhöheren BMW 740i üppige 286 PS und stattliche 400 Nm maximales Drehmoment. Das Leistungsplus im Vergleich zum 535i waren 75 PS. Wahlweise mit Sechsgang-Handschaltung oder Automatik zu bekommen, garantierten Limousine und Touring – zu erkennen an der breiten Niere – flotten Durchzug auf der linken Autobahnspur.
BMW M635 CSi E24
BMW und seine Coupés – das ist über die Jahrzehnte eine ganz eigene Geschichte. In den späten 1970er und frühen 1980er Jahren machte im Luxussegment insbesondere der 6er von sich reden. Dabei war der späte BMW M635 CSi das absolute Aushängeschild, denn dieser war neben einer Luxusausstattung mit dem Hochleistungstriebwerk des BMW M1 unterwegs, dessen Motorleistung Dank Vierventiltechnik und 3,5 Litern Hubraum leicht auf 286 PS gesteigert wurde. Das machte das Luxuscoupé für bis zu vier Insassen maximal 250 km/h schnell.
BMW 745i E23
BMW war der erste Autobauer, der seine Luxuslimousine nicht nur souveräne, sondern auch sportliche Gene einhauchte. Möglich machte das eine Turboaufladung, die der ersten 7er-Generation einen besonders dynamischen Charakter gab. Der 3,2 Liter große Reihensechszylinder des BMW 745i leistete Dank Aufladung und Ladeluftkühler 252 PS und schaffte den Spurt 0 auf Tempo 100 in unter acht Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit: rund 230 km/h. Mehr Leistung hatte die Südafrika-Ausführung, denn hier konnte beim 745i wegen der Rechtslenkung der Turbolader nicht verbaut werden. So wurde lokal im BMW-Werk Rosslyn ab 1983 in kleiner Stückzahl der besonders exklusive M745i gefertigt. Er wurde vom M88/3-Triebwerk des M635 CSi angetrieben und leistete 290 PS.
TEXT Patrick Solberg