Wie bei Singer üblich, beginnt jedes Projekt mit einem vom Kunden bereitgestellten Porsche 911 Cabriolet. Das Fahrzeug wird vollständig zerlegt, bis nur noch die Stahl-Monocoque-Struktur übrig bleibt. Diese wird gereinigt und geziel verstärkt. Gerade beim offenen Elfer ist die Torsionssteifigkeit entscheidend für Präzision und Rückmeldung. In diesem Zusammenhang arbeitet Singer unter anderem mit Red Bull Advanced Technologies zusammen, um die strukturellen Eigenschaften weiter zu optimieren.
High-Tech im Boxermotor
Im Mittelpunkt steht der neu entwickelte 4,0-Liter-Boxermotor. Es ist der erste frei saugende Singer-Antrieb mit variabler Ventilsteuerung. Die Konstruktion kombiniert luftgekühlte Zylinder mit wassergekühlten Zylinderköpfen – eine technische Lösung, die aus dem DLS-Programm abgeleitet wurde. Ergänzt wird das Konzept durch einen elektrisch betriebenen Lüfter für ein optimiertes Thermomanagement. Das Aggregat leistet 420 PS und dreht bis 8.000 U/min, womit es klar als Hochdrehzahl-Saugmotor ausgelegt ist.
Die Kraft wird über ein manuelles Sechsganggetriebe an die Hinterräder übertragen. Auf Wunsch bleibt die Schaltmechanik offen sichtbar, inklusive des erhöht positionierten Schalthebels mit freigelegtem Gestänge – ein Detail, das längst zur gestalterischen Signatur von Singer geworden ist. Eine neu entwickelte Titan-Abgasanlage unterstreicht den mechanischen Charakter akustisch.
Optisch orientiert sich das Cabriolet an den Widebody-Carrera der Achtziger. Die verbreiterten Kotflügel, der tief ausgeformte Frontspoiler und die markanten Lufteinlässe in den hinteren Kotflügelvorderkanten zitieren diese Ära bewusst. Am Heck sitzt der klassische „Whale Tail“-Flügel, wahlweise feststehend oder geschwindigkeitsabhängig ausfahrend.
Ausfahrbare Zusatzscheinwerfer
Besonders inszeniert sind die Zusatzscheinwerfer, die bei Aktivierung aus der Fronthaube ausfahren und im Ruhezustand bündig integriert bleiben. 18-Zoll-Centerlock-Räder und Carbon-Keramik-Bremsen aus dem DLS-Programm runden das technische Paket ab.
Für das Cabriolet wurde zudem ein neuer, leichter Verdeckmechanismus im sogenannten Z-Pattern entwickelt. Er ermöglicht eine gleichmäßige, saubere Linienführung sowohl im geschlossenen als auch im geöffneten Zustand und trägt zur klaren Silhouette bei.
Zum Preis macht Singer traditionell keine offiziellen Angaben. Branchenüblich bewegen sich derartige Projekte jedoch deutlich im siebenstelligen Bereich, abhängig vom individuellen Ausstattungsumfang und vom Zustand des Basisfahrzeugs. Hinzu kommt das vom Kunden bereitgestellte Spenderfahrzeug.